1991, Heft 1
Literatur der Volkskunde
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,, wichtigsten" und verschiedensten Landschaften zwischen Genfersee undEngadin und zwischen Bodensee und Luganersee behandeln. Gschwend hatnun diesen 16 Kurzmonographien neuerdings zwei einführende Übersichts-kapitel vorangestellt( S. 9 60), um zu zeigen, daß die ländlicheBaukultur der Schweiz ihre Wurzeln in weit zurückreichenden Elementenhat, aber auch, daß aus diesen im Laufe der Jahrhunderte stark differierendeund zum Teil hervorragende Formen entstanden“( S. 5). Jedem in sichabgeschlossenen Kapitel ist eine Landeskarte vorangestellt, in der die Lageder einzelnen abgebildeten Gegenstände und Objekte verzeichnet ist. Sogeht Abschnitt 1 von der„ elementaren Architektur" und deren Grundprin-zipien aus und führt über die handwerklichen Traditionen, die für dieBauweisen letztlich bestimmend wurden, zu den wichtigsten Einzelelemen-ten im Aufbau der Häuser, die er einfach, aber durchaus instruktiv in relativwenigen ausgewählten Bildbeispielen vorführt. Der zweite Abschnitt ist den„, freistehenden Speichern" in der Gesamtschweiz gewidmet und als solchereine neue wichtige Übersicht über eines der baulich interessantesten Klein-gebäude des Bauernhofes sowohl im Steinbau wie in der Holzarchitektur.Man muß diesen Teil ganz besonders beachten und schätzen, wenn manbedenkt, daß im ländlichen Hausbau Europas gerade das Speicherwesen zuden aufschlußreichsten soziokulturellen Objektivierungen im Hausbauüberhaupt gehört. Die übrigen Kurzmonographien behandeln den west-schweizerischen Jura mit zwei Landschaftsbeispielen, das Mittelland mitvier, darunter vor allem das zentrale Gebiet der baugeschichtlich wichtigen,, Hochstudhäuser“( S. 89 100) und der westschweizerischen, mit demSteinbau kombinierten Ständerwerkbauten des Jura( S. 117- 148) bzw. denFachwerkhäusern der Nordostschweiz( S. 101- 116). Den Hauptteil bildensodann zehn Kurzmonographien von Landschaften der Voralpen und dereigentlichen Alpentäler bis in das Sottoceneri des Tessin und das Val d'Hé-rens( Eringertal) des zentralen Wallis.
Alle diese vielfältigen Erscheinungen im Hausbau der Schweiz zeigt undvermittelt der Verfasser hier in dreisprachigen Paralleltexten und mit vor-trefflichen Bildbeispielen sowohl graphisch wie auch in Fotos, wobei er sichauf die wesentlichen Dinge beschränkt, die auch für den Baupraktiker oderArchitekten, für den, der mit der Sanierung solcher Bauten befaßt ist,aussagekräftig und einleuchtend sind. Hierin liegt der besondere praktischeZweck dieser Veröffentlichung, die jedoch auch für die Hausforschung alseine neuerliche landschaftliche Übersicht in komprimierter Form für dieSchweiz einen wohlbegründeten und fundierten Anhalt bietet, wie er indieser Darstellungsmethode und-art bisher nicht greifbar war. Gschwendsstattlicher Band über die Bauernhäuser der Schweiz mit dreisprachigem Textgewinnt überdies dadurch an Gewicht, daß er gleichsam Resultat undSumme einer lebenslangen Forschungstätigkeit und Erfahrung mit dem