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Literatur der Volkskunde
ÖZV XLV/ 94
Max GSCHWEND, Bauernhäuser der Schweiz- Maisons rusticales enSuisse Case rurali in Svizzera. Blauen, Schweizer Baudokumentation,1988, 306 Seiten mit zahlreichen Karten, Plänen, Zeichnungen und Fotos.
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Die Schweiz zählt zu jenen wenigen Ländern Europas, deren formenrei-che und wechsel volle ländliche Baukultur, wie wir sie unter dem Terminus„ Bauernhaus“ für gewöhnlich subsumieren, immer wieder auch in zusam-menfassenden Übersichten darzustellen versucht wurde. Das geht hier bisins vorige Jahrhundert zurück und wurde denn auch unter neuen Aspektenangegangen. In neuerer Zeit konnte man sich dabei auf eine eigene„ AktionBauernhausforschung in der Schweiz“ innerhalb der Schweizerischen Ge-sellschaft für Volkskunde abstützen, deren langjähriger und sehr aktiverLeiter Max Gschwend gewesen ist und in deren Rahmen bis herauf in diejüngste Gegenwart man sich sowohl um eine umfassende und detaillierteDokumentation über das ländliche Bauen in den einzelnen Kantonen be-mühte wie man auch zu Gesamtübersichten kam, von denen das Buch vonRichard Weiss über„ Häuser und Landschaften der Schweiz“( EugenRentsch Verlag, Erlenbach- Zürich 1959¹, 1973²) wie auch die Darstellungvon Material, Konstruktion und Einteilung der„ Schweizer Bauernhäuser"innerhalb der Schweizer Heimatbücher( Nr. 144) im Verlag Paul Haupt( Bern 1971, 1983²) von Max Gschwend grundlegend und bekannt gewor-
den sind.
Vor allem hat Max Gschwend in engem Kontakt mit der Hausforschungim übrigen Mitteleuropa wesentlich vorgearbeitet und die Bauforschung wiedie Bauarchäologie( unter anderem auch im Alp- Bereich) entscheidendgefördert. Zugleich gab und gibt es nicht nur in der Zentralschweiz von hieraus Verbindungen zur Baupflege, für die Gschwend zunächst in losenEinzelheften landschaftliche Kurzmonographien erarbeitet hat, die von derSchweizer Baudokumentation in Blauen herausgegeben werden und auf diewir schon seinerzeit hinweisen konnten. Die Grundlage für diese graphischhervorragend ausgestatteten Übersichten bilden eingehende Materialerhe-bungen und Feldforschungen namentlich auch in lokal begrenzten Gebieten,von denen nun in dem vorliegenden Band aus allen Schweizer Kantonen 16verschiedene Hauslandschaften vertreten sind, worüber die ÜbersichtskarteS. 6 gleich eingangs informiert.
den
Nach dem Vorwort des Verfassers soll hier versucht werden,Hausbestand einer Anzahl von kleineren Landschaften in bezug auf Mate-rial, Konstruktion, Einteilung und Funktion zu zeigen“ und so auch den amBau unmittelbar Beteiligten oder Interessierten einen fundierten Einblick indie Voraussetzungen der überlieferten Bauverhältnisse zu vermitteln. Die-sem Zweck folgte auch die Auswahl der behandelten Gebiete, die hier die
1 Siehe ÖZV XXXV/ 84, Wien 1981, S. 204- 205.