1991, Heft 1
Literatur der Volkskunde
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einer Charakterisierung der Sprache vor allem der älteren Bewohner Račasauch Textproben sowie ein Wörterverzeichnis mundartlicher Ausdrücke.Diese wie auch die vorangegangenen Monographien redigierte J. Podo-lák. Eine Fortführung dieses Unternehmens ist geplant.
Barbara Mersich
Annemarie u. Wolfgang VAN RINSUM, Lexikon literarischer Gestalten.Stuttgart, Kröner, 1989, 540 Seiten.
Annemarie u. Wolfgang VAN RINSUM, Lexikon literarischer Gestalten.Fremdsprachige Literatur. Stuttgart, Kröner, 1990, 676 Seiten.
Unser enzyklopädisches Zeitalter bringt immer neue Werke hervor, diedas Wissen unter bestimmten Aspekten zusammenfassen und auflisten.Dieser„ positivistische“ Ansatz ermöglicht vielfach erst fundiertes Arbeitenund erspart zeitraubende Recherchen.
Die vorliegenden Bände informieren über literarische Gestalten indeutsch- und fremdsprachigen Werken„ und über die Rolle, die sie alsCharaktere oder Typen im Textzusammenhang und in der Literaturgeschich-te spielen“. Der Zeitraum der behandelten deutschsprachigen Literaturreicht von der Edda bis zur jüngsten Gegenwart, die fremdsprachige Litera-tur bezieht die griechische und lateinische Klassik sowie die isländischeSaga- Literatur ein. Das bedeutet, daß auch der Erzählforscher und Volks-kundler dieses Lexikon mit Gewinn benutzen kann, wenn er etwa überGestalten der älteren Erzählüberlieferung und ihr Nachleben in der LiteraturAuskunft sucht. Wenn man bedenkt, daß Balzac in seiner' Comedie Humai-ne' fast dreitausend Charaktere/ Namen geschaffen hat, wird deutlich, daßdie Autoren sich auf eine Auswahl beschränken mußten, die„ den voraus-sichtlichen Nachschlageinteressen" entspricht. Literarische Bedeutung undBekanntheitsgrad spielten dabei ebenso eine Rolle wie die kulturelle Prä-gnanz einzelner Figuren und ihre Hervorhebung. Damit ist ein Rahmengegeben, der gewiß Wünsche offenläßt, der aber doch ein breites Spektrumdessen abdeckt, das wir als Weltliteratur zu apostrophieren pflegen.
Was die fremdsprachige Literatur betrifft, so wurden nur Gestalten ausWerken übernommen, die ins Deutsche übersetzt sind. Prinzipiell handelt essich in beiden Lexika um fiktive Gestalten, Schöpfungen der Dichter undSchriftsteller, was autobiographische Schriften ausschließt; dagegen er-scheinen jedoch Spitznamen, Beinamen, Berufsbezeichnungen und Ver-wandtschaftsbezeichnungen( Taugenichts, Mutter Wolffen) u.a. Die beidenBände sind zudem durch ein Autoren- bzw. Werkregister erschlossen, wasdie Benutzung erleichtert.
Leander Petzoldt