Jahrgang 
94 (1991) / N.S. 45
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1991, Heft 1

Chronik der Volkskunde

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gegenwärtige und künftige Entwicklungen hin. Der Dreiklang NaturKultur- Mensch begleitete ihn durch alle Etappen seines so arbeitsreichenLebens. Kurt Conrad war drei Jahrzehnte im Landesdienst tätig, die Alp-buchaufnahme, Natur- und Landschaftsschutz, der Ausbau der Heimatmu-seen und die Gründung des Salzburger Freilichtmuseums Großgmain gehö-ren zu seinen wesentlichen Verdiensten.

Die Denkschrift Probleme um ein Salzburger Freilichtmuseum von1961, stellte erstmalig die Forderung nach Gründung eines Freilichtmu-seums. Die Arbeiten und Gedanken um Landschaft als Spiegelbild derVolkskultur, Bäuerliche Kultur als landschaftsbildendes Element" und Kulturlandschaftspflege als europäische Verpflichtung, ließen in konse-quenter Folge die Errichtung eines Freilichtmuseums als Notwendigkeiterscheinen.

Das besondere Interesse für Hausforschung ließ Kurt Conrad seit 1951im Arbeitskreis für Hausforschung mitwirken, in dessen wissenschaftlicheArbeitsgruppe er 1985 gewählt wurde.

Mit der Gründung des Salzburger Freilichtmuseums 1978 trat HofratConrad nun hauptberuflich sein ureigenstes und mit aller Leidenschaftvertretenes Forschungsfeld Das Haus als Keimzelle der Volkskultur"( Auf-satz von 1977) an. Vom Bauen in der Landschaft( Aufsatz von 1964), DerBauer und sein Hof( 1981), Das Salzburger Freilichtmuseum. Geschich-Planung Aufbau- Ziele"( Aufsatz von 1986) sind weitere Aufsätzezu grundlegenden Fragen der Salzburger Hausforschung. Die Erforschungder Salzburger Hauslandschaften, des Siedelns, Bauens und Wohnens derMenschen, zählt wohl zu den bedeutendsten Leistungen von HR Conrad. Indie Terminologie des Faches hat er dazu die Begriffe Flachgauer undTennengauer Einhof eingeführt.

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Univ.- Prof. Dr. Oskar Moser schreibt in seiner Laudatio für Kurt Conrad:⟫Wie selten jemand hat es Kurt Conrad verstanden, bei aller Weltoffen-heit und Aufgeschlossenheit gegenüber den modernen Gesellschaftsproble-men der einen Grunderkenntnis nachzuleben, nämlich der Einsicht undErkenntnis, daß das, Haus mit all seinem Ambiente in seines Wesenstiefstem Sinne die eigentliche Keimzelle aller Volkskultur ist und daß dieseseines der wichtigsten Kulturgüter des Menschen überhaupt darstellt. Sokreisen denn seine Gedanken stets um Probleme des behausten Menschen,vor allem um den seiner Heimat, angefangen vom Bergbauernhof undverkehrsfernen Söllhäusl bis zum modernen Wüstenrot- Heim, zum Arbei-terhaus und zur neuentstandenen Fabrikssiedlung. Seine Maxime war immerder Satz:, Der Volkskundler hat zu fragen, wie das im steten Wechselbefindliche Wirkungsgefüge eines Lebensraumes beschaffen sein muß, damites die Bezeichnung, Heimat verdient und damit es über den bloßen Lebens-und Erwerbsraum hinaus kulturelle und soziale Bindungen ermöglicht.""