Jahrgang 
94 (1991) / N.S. 45
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Chronik der Volkskunde

ÖZV XLV/ 94

Die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, deren Vorstand Kurt Con-rad seit 1982 ist, überreichte in dankbarer Wertschätzung und Hochachtungden 13. Sonderband der Mitteilungen der Gesellschaft für SalzburgerLandeskunde" als Festschrift für Kurt Conrad zum 70. Geburtstag.

Die Stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft, Frau Landesarchivdi-rektor Dr. Friederike Zaisberger überbrachte dem Vorstand der GesellschaftDank und Anerkennung um alle Verdienste für diese zweitälteste Histori-sche Gesellschaft in Österreich und für alle Verdienste um die vergangeneund gegenwärtige Kultur des Landes Salzburg.

So war auch der Wunsch nach einer Zusammenfassung der zahlreichenArbeiten des Jubilars, die in Zeitschriften und Reihen erschienen waren, ineinem Bande der Vater des Gedankens zur Herausgabe der Festschrift.Bereits die Festschrift zum 65. Geburtstag Kurt Conrads, Heimat als Erbeund Auftrag hat auf die Fülle und Themenvielfalt, ebenso wie auf dieAktualität der Arbeiten des Geehrten hingewiesen.

Die Leiterin des Salzburger Landesinstitutes für Volkskunde Ulrike Kam-merhofer stellte die Festschrift vor.

Die 55 Aufsätze Kurt Conrads zu den Hauptthemenbereichen Hausfor-schung, Heimatpflege, Naturschutz und Volkskunde spiegeln 35 Jahre wis-senschaftliche Arbeit und persönlichen Einsatz für das Land Salzburg alsKultur- und Naturraum wider. Der Titel wurde einem Aufsatz des Jubilarsvon 1978 entnommen, drückt er doch dessen Forschungsansatz besondersdeutlich aus: Die Landschaft als Spiegelbild der Volkskultur".

Kurt Conrad denkt und arbeitet, trotz präzisester Detailforschung, nie inTeil und Detailbereichen seines Faches. Er ist niemals ausschließlich Haus-und Geräte-, Lied- und Tanzforscher, Landeshistoriker oder Naturschützer,sondern fühlt sich immer als Volkskundler im Sinne einer vergleichendenKulturwissenschaft gefordert. Eine seiner Hauptfragen galt der Wechselwir-kung zwischen Landschaft und Volkskultur. So waren viele seiner Aufsätze,Denkanstöße und Arbeitsbereiche aus der Zeit von 1954 bis heute zur Zeitihrer Entstehung ihrer Zeit weit voraus.

So hat etwa der Vortrag Naturschutz in moderner Sicht 1965 Gedankendes Umweltschutzes vorweggenommen. Auch die Vorlesung von 1972 Naturschutzprobleme" war die erste Vorlesung dieser Art an der Universi-tät Salzburg. Kurt Conrad hat 1975 im europäischen Denkmalschutzjahr dieErfassung aller Kleindenkmäler in Salzburg eingeleitet. Die Aufsätze Kleindenkmäler in Salzburg und Merkmal einer Kulturlandschaft undMaßnahmen zu ihrer Erhaltung und Pflege geben davon Kunde.

Der Aufsatz Naturdenkmäler in Salzburg" von 1973, Die Landschaftals Erholungsraum von 1965, die vielen Arbeiten zu den Fragen desNaturschutzes, der Nationalpark- Errichtung und des Landschaftsschutzesweisen auf die ganzheitliche Sicht des Autors und auf seine Sensibilität für