Jahrgang 
94 (1991) / N.S. 45
Seite
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1991, Heft 1

Chronik der Volkskunde

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Mähren und Schlesien). Dies wäre auch die Voraussetzung der Finalisierungeines ethnographischen Atlasses von Europa. Im Interesse dieses Werkeswird es nötig sein, die Methodik und die Auswahl der kartographischenThemen zu harmonisieren, damit man die größte Kompatibilität dieserArbeiten erreichen kann.

Das gegenwärtige Europa braucht aber auch die ethnographische Wie-dergabe aktueller Phänomene, die sehr schnell und großflächig in die Le-bensweise einzelner Nationen eingreifen. Solche Probleme sind z.B. dieMigrationen und damit verbundene Fragen der Akkulturation, der kulturel-len Spezifitäten in ethnisch vermischten Gebieten u.ä. Durch die Formselbständiger kartographischer Blätter kann die ethnographische Methodeauch hier behilflich sein, die Mechanismen der Kultur zu erkennen, die bei derBewältigung des sozialen und materiellen Umfelds des Menschen relevant sind.

Das Plenum der Konferenz nahm die vorläufige Zusammenarbeit zudiesen thematischen Umkreisen an: Bibliographie der ethnographischenArbeiten in einzelnen Ländern Europas; Arbeitsmigration; kulturelle Berei-che und kulturelle Zentren in ethnisch vermischten Regionen; Auswertungvon ausgesuchten Problemen auf Grund der publizierten Nationalatlanten.Ein neues Organ, das die Arbeiten koordinieren wird, ist die Internationaleeuropäische ethnokartographische Arbeitsgruppe"( IEEA), deren Mitglie-der Jenö Barbabás, Vitomír Belaj, Salamon I. Bruck, H. L. Cox, AlexanderFenton, Edith Hörandner, Ester Kisbán, Ása Nyman, Thomas Schippers,Josef Vařeka und Soňa Kovačevičová sind. Sitz des Sekretariats ist amEuropean Ethnological Research Centre in Edinburgh.

Wenn ich zum Abschluß dieses wissenschaftliche Unternehmen wertensoll, meine ich, daß ein großer Schritt vorwärts für das Kennenlernen derTraditionen wie auch der Gegenwart der europäischen Volkskultur gelungenist, wobei die einzelnen Nationalkulturen die Möglichkeit haben werden,auch das zu zeigen, womit sie sie bereicherten.

Dr. Peter Slavkovský

Festakt für Kurt Conrad zum 70. Geburtstag

Präsentation der Festschrift ,, Die Landschaft als Spiegelbild der Volkskultur"und Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens des Landes Salzburgan HR Hon.- Prof. Dr. Kurt Conrad am 14. 12. 1990 in den Räumen der

Salzburger Residenz

Am Freitag den 15. 12. 1990 fand im Carabinierisaal der SalzburgerResidenz ein Festakt zu Ehren von Hon.- Prof. Dr. Kurt Conrad statt. DerLandeshauptmann von Salzburg Dr. Hans Katschthaler zeichnete Kurt Con-rad mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes aus in Würdigung all seinerVerdienste um dieses Land als Natur- und Kulturraum.