1992, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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der, Meditations- Bilder), nur daß hier der Schrifttext weggelassen, d.h. seineKenntnis vorausgesetzt wird.
Die mustergültige minuziöse Behandlung des Themas wird durch einigeleicht vermeidbare Druckfehler( z.B. wird das slawisches und z durchwegsmit den rumänischen Zeichen als s und z wiedergegeben) nicht beeinträch-tigt. Dem unermüdlichen Verfasser bleibt nur weiterhin gesegnete Arbeits-kraft zu wünschen.
Walter Puchner
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Vangelis G. AVDIKOS, Пpéẞda. Preveza 1945 1990. Οψδις τηςμετάβασης μιας δπαρχιακής πόλης. Λαογραφική εξέταση[ Preveza1945- 1990. Aspekte der Wandlung einer Provinzstadt. VolkskundlicheUntersuchung]. Preveza, Ausgabe der Stadt Preveza, 1991. 458 Seiten, 62Abb. auf Taf.
Bei den griechischen Dorf-, Kleinstadt- und Mikroregionalmonogra-phien hat sich ein neuer Untersuchungstyp durchgesetzt, der die Monogra-phie alten Typs( seit der Mitte des 19. Jahrhunderts)„ Die Region sowiesovon ältester Zeit bis heute“, die historisch, landeskundlich und volkskund-lich orientiert war, abgelöst hat: es geht um kultur- und sozialanthropolo-gisch geschulte Darstellungsweisen, die eine hohe Intimkenntnis des Ver-fassers voraussetzen( Feldforschung oder Herkunft), die statt dem ethnozen-trischen Historitätskontinuum Einsichten in wirtschaftsgeographische, de-mographische, regionalkulturelle, brauchtümliche u.a. Prozesse bieten undeine Mikrosozietät im Wandel der Geschichte auch wirklich zu analysierenimstande sind. Gehäuft sind solche Studien an der Universität Ioannina alsDissertationen erarbeitet worden und von Michalis G. Meraklis, heuteInhaber des Lehrstuhls für„ Gesellschaftliche Volkskunde“ an der Pädago-gischen Hochschule der Universität Athen, betreut worden.
Ein solcher Fall ist auch der vorliegende. Der Verfasser ist selbst inPreveza am Ambrakischen Golf, nordöstlich von Leucas( Lefkada) in derSüdepirus, aufgewachsen und verbindet lokale und historische Intimkennt-nis mit sozialanthropologischer Schulung. Die theoretische Neuorientierungund analytische Vertiefung der Griechischen Volkskunde wird in der thesen-haft skizzierten Einleitung deutlich( S. 2- 28), wo auch die Zielsetzungenund Methoden der rezenten bürgerlichen Volkskunde und Stadtvolkskunde,wie sie Dim. Lukatos und vor allem Michalis Meraklis betrieben haben,behandelt wird. Des Verfassers Vorgehensweise, das rezente Schicksal einerehemals bedeutenden Hafenstadt in ihrem Verbäuerlichungsprozeß undihrer ,, Verprovinzialisierung" darzustellen, umfaßt mehrere Ebenen: histo-rische und rezente Dokumente von offiziellen Behörden( Kirche, Hafenamt,