Jahrgang 
95 (1992) / N.S. 46
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV XLVI/ 95

Dieses mit ungemeiner Akribie erstellte Verzeichnis vermochte nur einTeam zu realisieren, das sich jahrzehntelang mit dieser Materie beschäftigteund Zutritt zu den verschiedensten Sammlungen erreichen konnte: Derbekannte Wiener Antiquar Ingo Nebehay sowie der Historiker Robert Wag-ner, der ehedem als Topograph an der Österreichische NationalbibliothekMitarbeiter der Kartensammlung und Referent für die topographischenAnsichten( Vues- Sammlung) war und nunmehr Direktor der Bibliothek unddes Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste in Wien ist,scheinen berufsmäßig dazu prädestiniert gewesen zu sein. Doch bleibt eskaum vorstellbar, welch ungeheure Arbeitsleistung die beiden Autorenerbringen mußten, um eine derart unglaubliche Fülle von Material zu sichtenund die unüberschaubare, schwer erfaßbare und noch dazu oft und oftanonym erschienene Materie aufzuarbeiten. Obwohl zur Klärung offenerFragen und zur Aufspürung von Lücken sowie verloren geglaubter Werkeauf einem so immens umfangreichen und heterogenen Sektor neben einerweitverzweigten Korrespondenz vielfach auch Reisen unternommen wor-den waren, lassen sich Arbeitsaufwand und Schwierigkeit dieser Pioniertaterst abschätzen, wenn trotzdem nun zur Vervollständigung und Berichtigungein zweiter Ergänzungsband zu diesem grundlegenden und unentbehrlichenNachschlagewerk notwendig geworden ist.

Jedes einzelne Ansichtenwerk ist mit seinen verschiedensten ortskundlichenDarstellungen, besonders auch als illustrierte Reisebeschreibung verschieden-ster Provenienz, in der vorliegenden Bibliographie titelmäßig nach dem Namendes Herausgebers alphabetisch eingeordnet. Dabei werden Mappe sowie Inhaltexakt beschrieben, jedes Blatt ikonographisch analysiert und neben biblio-graphischen Ergänzungen auch Verleger, beteiligte Künstler und Drucker,Erscheinungsjahr, Format und Herstellungstechnik angegeben.

Mit diesem Werk können zum ersten Mal Einzelblätter auf Grund auchnur einer einzigen Angabe von Zeichner oder Stecher, der Ortsbezeichnung,des Druckers- oder Verlegervermerkes einer bestimmten Ansichtenfolgezugeordnet, datiert und bibliographisch eingereiht werden.

Michael Martischnig

Leopold KRETZENBACHER, Wortlose Bilder- und Zeichen- Litaneienim Volksbarock. München, Verlag der Bayerischen Akademie der Wissen-schaften 1991(= Bayerische Akademie der Wissenschaften, philosophisch-historische. Klasse, Sitzungsberichte Jg. 1991, Nr. 5). 80 Seiten, 14 Abb. aufTaf.

Der nunmehr 80jährige Hauptvertreter einer Ethnologia Europaea ar-beitet in seinem steirischen Refugium in aller Stille alte Themen in lieb