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Chronik der Volkskunde
ÖZV XLVI/ 95
kultur ist als zeitgemäßes kulturpolitisches Anliegen plaziert. Es wahrzu-nehmen, erfordert etwa die Möglichkeit zur Professionalisierung. Gleich-zeitig aber sind dafür neue Dialogformen zwischen Wissenschaftlern, Pfle-gern und Kulturarbeitern notwendig, um konkrete, intelligente Angebotestellen zu können.
Diese Anforderungen konnten- zumindest aus subjektiver Veranstalter-sicht- realisiert werden. Und dies aus mehreren Gründen: Erstmals ist derpolitische Wille dokumentiert, Volkskultur als Aufgabe zu sehen. Volks-kundler und Volksmusikforscher belegten dabei ihre Kompetenz auch fürgegenwärtige Problemansätze. Die„ Buntheit" sowohl der Referenten alsauch der Teilnehmer bzw. der vertretenen Positionen schuf zukunftsträchti-ge Gesprächsforen. Und schlußendlich scheute es die„ Sommerakademie"nicht, an die Öffentlichkeit zu gehen- medial und vor Ort in Altmünster.Eine Fortsetzung jedenfalls steht an.
Reinhard Johler
Bericht über den 4. Österreichischen Museumstagin Innsbruck vom 2. bis 5. September 1992
Der Österreichische Museumstag, eine von Wilfried Seipel, damals nochDirektor des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz, 1988 gegrün-dete, und in den beiden ersten Jahren auch von ihm getragene Institution,geht bereits in sein fünftes Jahr. Nach zwei Veranstaltungen in Linz, 1988und 1989, und dem 3., vom Technischen Museum in Wien ausgerichtetenMuseumstag 1991, lud für September 1992 Gert Ammann, Direktor desLandesmuseums Ferdinandeum, nach Innsbruck. Ungefähr 170 Museums-leute bzw. an der Institution Museum Interessierte aus Österreich, Bayern,Italien und Slowenien waren dieser Einladung gefolgt.
Sektionschef Johann Marte vom Bundesministerium für Wissenschaftund Forschung bezeichnete den Museumstag als Barometer für den Zustanddes österreichischen Museumswesens, und in der Tat können die dort auf-tauchenden Themen als Gradmesser für bestimmte Trends in der heimischenMuseumsszene gewertet werden. 1988 standen die damals, besonders fürdie Bundesmuseen, drängenden Probleme des Sponsoring und der Teil-rechtsfähigkeit im Zuge der Forderung nach größerer Autonomie und Öko-nomisierung der Museen zur Debatte. 1989 stand die Frage der museums-spezifischen Ausbildung, vom Wissenschaftler bis zum Aufseher, im Vor-dergrund, und 1991 lag der Schwerpunkt auf der Vermittlungsarbeit undMuseumspädagogik.
Das Programm des vierten Museumstages erschien als das bisher ausge-wogenste, mit einem breit gefächerten inhaltlichen Spektrum, wobei, wiefrüher heftig gefordert, auch alle Museumstypen( Bundes-, Landes-, Regio-