1992, Heft 3
Literatur der Volkskunde
405
gegenwärtigen Rechtsbräuche der südlichen Slawen“), gewonnen als„ Ma-terialie in Antworten aus verschiedenen Gegenden des slawischen Südens",Zagreb 1874, ergänzt und neu ausgerichtet. Es ist verständlich, daß solcheFragen eine bedeutsame Rolle im„ Ethnologischen Atlas von Jugoslawien"spielen müssen, dessen erstes Heft in der unglücklichen Gegenwart desunaufhaltsamen Zerfallens der Sozialistischen Föderativen Republik Jugo-slawien wohl auch als das letzte dieser nunmehr überholten Planung erschei-nen hatte müssen. Es geht aber das Bemühen um das Erkennen von Ursprungwie Rechtsfolgen der zadruga- Formen, ihr Vorstellen für eine außerslawi-sche europäische Ethnologie- Forschung für dieses Phänomen weiter zurnotwendigen Vergleichsschau über Ursprünge, Bestände, Rechtsordnungenund Alltagslebens- Gewohnheiten„ in überlieferten Ordnungen", wie Leo-pold Schmidt sagen würde, weiter in der Richtung auf eine möglichstinternationale Zusammenarbeit: M. G. The Extended Family in Southea-stern Europe( Journal of Family History, 7, Minneapolis 1982, S. 89 – 102);derselbe: Die Mehrfamilien der europäischen Völker( Ethnologia Europaea,Jg. 11, Göttingen 1980, S. 158- 190).
-
Im hier nunmehr vorgelegten Bande( mit Skizzen von Wohn- und Wirt-schaftsräumen, genealogischen Übersichten über die Mitglieder solcherzadruge, nicht immer im Druck gut gelungenen, aber doch dokumentarwer-tigen Abbildungen nach älteren Photos) geht es um regional auf kroatischemVolksboden vielschichtig sich gebende„ Bäuerliche Familien- Genossen-schaften in Stadt und Inselbereich von Hvar, aus der Vrlika( Hinterland vonDalmatien), von der Militärgrenze( kordun), im nordwestkroatischen Be-reich von Jastrebarstvo, wo z.B. solche zadruge zwischen 1905 und 1907( Aufhebung in sechs Einzelzweige) 70- 80 Mitglieder zählten! Des weite-ren um die Gegenden von Bjelovar, Valpovo, aus Ost- Slawonien( Sikirevciin der sogenannten Šokadija), wo sich aber manche zadruge bis zum ErstenWeltkrieg voll intakt erhalten hatten wie auch in der Bačka.
Dem willkommenen Bande ist eine auf jedes Kapitel einzeln eingehendeenglische Zusammenfassung( S. 123- 140) mit der englischen Version auchder Einleitung von Jasna Andrić beigegeben.
Leopold Kretzenbacher
Gorazd MAKAROVIČ, Votivi. Zbirka Slovenskega etnografskega muze-ja.( Votivgaben. Die Sammlung des Slowenischen ethnographischen Mu-seums). Ljubljana, Etnografski muzej, 1991, 94 Seiten, 122 Abb.
Die Volkskunde- Sammlungen führen innerhalb des reichen Nationalmu-seums( Narodni Muzej) zu Ljubljana/ Laibach ein leider nur sehr raumbe-grenztes Dasein. Dem entgehen sie durch wertvolle Sonderausstellungen,