1992, Heft 3
Chronik der Volkskunde
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Pfarrer Peter Grillinger von Mariapfarr 1418- 1448. Der Bauherr der St. Leon-hard- Kirche. Ein Beitrag zum 550. Jahresgedenken der Einweihung dieser Wall-fahrtskirche 1433- 1983. Mariapfarr 1983.
7 Wallfahrt Mariapfarr. Ein heimatgeschichtlicher Rückblick, erarbeitet und anläẞ-
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lich der Volksbildungswoche 1985 vorgetragen. Mariapfarr 1986
Die Gegenreformation im Lungau zur Zeit Pfarrer Ränhartingers von Mariapfarr1599 1624. Mariapfarr 1981.
Michael Martischnig
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In memoriam Oldřich Sirovátka
8. September 1925- 31. Juli 1992
Das Geheimnis, euch meinen Feldern und Wäldern einschmeichelnzu können, sag ich euch nicht! Ja, glaubt ihr denn, daß der Springfrosch dieQuellen für jeden klärt? Ein kindliches Herz haben, das ist es, ein kindlichesHerz! Dann werdet ihr schon hören! Unter dem Laufkäferhimmel hüten dieKreuzottern den Hang und gebärden sich dabei wie die Unendlichkeit selbst.Ölkäfer, Ölkäfer, gib mir eine Salbe wider das Weh! Ich kehre, ich kehredorthin zurück!." 1 Diese Worte schrieb der Dichter František Halas, andessen Grab im Friedhof zu Kunštát ich einstmals mit Oldřich Sirovátkaverweilte, 1947 in einer Hymne an seine engere mährische Heimat,„ dieArche Heimat", die ihm doch so weit war, weil sie„, randvoll bestückt ist mitaller Welt". Die mährische Hochebene war auch die Landschaft des OldřichSirovátka, in der vor vierzig Jahren seine berufliche Laufbahn begann,wohin er in seinem letzten Lebensjahrzehnt zurückgekehrt war, und wo eram 31. Juli 1992 in seinem Landhaus im Dörfchen Sádek bei Poličkaverstarb. Am 7. August 1992 verabschiedeten sich in einer Trauerfeier inBrünn unter den Klängen zweier wunderbarer, für Zymbal transkribierterKlavierstücke von Leoš Janáček( Auf verwachsenen Pfaden, Ein verwehtesBlättchen) und den berührenden Worten des alten Freundes und Weggefähr-ten Jaromír Jech die Familie, Freunde und Fachkollegen von einem unver-gleichlichen Menschen.
Betrachtet man Volkskundlerbiographien, so fallen häufig zwei Merkma-le und nicht selten bei den Besten von ihnen- auf, nämlich der Beginn desberuflichen Wirkens und erster volkskundlicher Bemühungen als Elemen-tarschullehrer auf dem Dorfe, und zweitens eine außergewöhnliche literari-sche Begabung. Beides trifft auf Oldřich Sirovátka zu. Geboren 1925 inTeresva in der Ukraine, wuchs er im Bergmannsstädtchen Oslavany beiBrünn auf und maturierte 1944 in Ivančice, südwestlich von Brünn. 1945bis 1949 studierte er an der Philosophischen Fakultät der Universität inBrünn Philosophie, Bohemistik und Ethnologie. Den Titel PhDr. erlangte er1949 mit einer Arbeit über den Reim in den Folkloreversen. Anschließend