Jahrgang 
95 (1992) / N.S. 46
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV XLVI/ 95

In der Vorbemerkung weisen die Herausgeber darauf hin, daß die Ge-schichte des Reisens als Geschichte der Befreiung erscheine, daß man esaber heute mit einem vergleichsweise kleinen Panorama zu tun habe. Reisen,, früher war zumeist weder freiwillig noch erfolgte es in der Freizeit. Pilger,Wanderhändler oder Handwerker auf der Walz mußten sich den Gefahrendes Ortswechsels aussetzen. Mit dem steigenden Komfort der Transportmit-tel änderten sich die Reiseziele und-motive. Die überwiegend kulturhisto-rische Betrachtungsweise zwingt zum Nachdenken über das moderne Phä-nomen immer mehr, immer schneller, immer weiter". Man macht sichbewußt, daß in der Großelterngeneration viele nie aus ihrem Dorf hinausge-kommen sind, und staunt umso mehr über die flotten Achtzigjährigen, denendie Reise um die Welt alltäglich geworden zu sein scheint.

Schließlich setzt Hermann Bausinger ein Fragezeichen hinter den Titelseiner differenzierten Betrachtungen über den Tourismus: Grenzenlos?.Diese Frage stellt sich Tag für Tag angesichts Airport- Art", austauschbarerFolklore und ausgebeuteter Umwelt. Freilich bleibt die Frage offen. Mora-linsaurer Kulturpessimissmus hilft ebenso wenig weiter wie neue Slogans( z.B. sanfter Tourismus) oder der Aufstand der Bereisten. BausingersSchlußwort: Gefragt sind Modelle, die das Bedürfnis des Auf- und Aus-bruchs akzeptieren und dennoch bei vernünftigen und unschädlichen For-men der Reise landen., Grenzenlos?' Ein wenig von dieser Illusion muß undkann bestehen bleiben, aber nur, wenn ein paar sinnvolle Grenzen respektiertwerden." Es gilt, Grenzen und Freiheiten permanent neu zu überdenken.Denkanstöße in Fülle liefert dieses hinreis( s) ende Buch.

Helga Maria Wolf

Festskrift til Ottar Grønvik 75- årsdagen den 21. oktober 1991, ed.John Ole ASKEDAL, Harald BJORVAND, Eyvind Fjeld HALVORSEN.Oslo, Universitetsforlaget, 1991. 280 Seiten.

Seit den späten siebziger Jahren hat Ottar Grønvik eine ganze Reiherunologischer Arbeiten vorgelegt( siehe die Bibliographie S. 9- 11; zweiBeiträge über die Fibel von Udby befinden sich im Druck[ S. 100]). DieUntersuchungen des Jubilars zeichnen sich durch systematische sprachwis-senschaftliche Analysen aus, die seine, äußeren Deutungen auf ein solidesFundament stellen. Den Interessen Grønviks entsprechend bilden dierunologischen Beiträge den Schwerpunkt der Festschrift.

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Elmar Seebold stellt eine neue Hypothese über die Herkunft der Runen-schrift vor; der Beitrag steht mit zwei anderen, umfangreichen Abhandlun-gen des Verfassers' in Zusammenhang. Kurz gesagt, sollen die Runen übereine unbekannte keltische Zwischenstufe auf ein archaisches lateinisch- fa-