Jahrgang 
95 (1992) / N.S. 46
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Literatur der Volkskunde

ÖZV XLVI/ 95

schreibt über die Fundstellen der Urnenfelderkultur, die im Museum durchzwei wichtige Fundkomplexe repräsentiert werden. Wolfgang Schausbergerbeleuchtet in seinen Ausführungen das Umfeld und Weltbild des Heimatfor-schers Josef Höbarth( 1891- 1952).

Die reiche Möbelsammlung des Höbarthmuseums enthält neben Objek-ten bäuerlicher Herkunft auch bürgerliches beziehungsweise städtischesMobiliar, welches Christian Witt- Dörring vom Österreichischen Museumfür Angewandte Kunst in seiner Bestandsaufnahme dokumentiert. EinenÜberblick mit kurzen Inhalts- und Literaturangaben über die zahlreichenSonderausstellungen des Höbarth- und Madermuseums gibt Erich Rabl. DenHöhepunkt bildet dabei sicherlich die Ausstellung im Jahre 1990 ZwischenHerren und Ackersleuten. Bürgerliches Leben im Waldviertel 1500 1700,welche als Ergänzungsausstellung zur. Landesausstellung auf der Ro-senburg konzipiert worden war.

Der im Vorjahr verstorbene, langjährige Museumsdirektor Ingo Prihodaließ in seine Gedanken zum ältesten Horn Lebenserinnerungen einfließenund zeichnete ein lebendiges Bild von den Anfängen der Besiedlung derStadt und ihrer Umgebung. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, daßErich Rabl in der Zwischenzeit zum Leiter der Horner Museen bestelltworden ist. Die Funktion des Stellvertreters wurde Franz Wagner übertra-gen. Ralph Andraschek- Holzer und Martina Fuchs präsentieren eine Aufli-stung historischer Inschriften in der Stadt Horn. Der chronologischen Glie-derung schließt sich ein Verzeichnis der bereits abgekommenen Inschriftenan. Eine Übersetzung der lateinischen Texte im Kommentar wäre wün-schenswert. Da den Horner Bauten um 1900 bisher zuwenig Beachtunggeschenkt wurde, ist der Aufsatz von Mario Schwarz vom Institut fürKunstgeschichte der Universität Wien über das Villenensemble entlang derRobert Hamerling- Straße ein interessanter Beitrag zur Stadt- und Architek-turgeschichte. Elisabeth Vavra vom Institut für mittelalterliche Realienkun-de Österreichs in Krems setzt sich mit den Arbeiten des Künstlers MartinJohann Schmidt, genannt Kremser Schmidt, auseinander, aus dessen Werk-statt sich in Horn fünf Gemälde erhalten haben. Franz M. Eybl vom Institutfür Germanistik der Universität Wien gibt Einblick in das barocke Piaristen-drama in Horn.

Im Anschluß an den kurzen geschichtlichen Überblick zur Horner Mu-seumsbibliothek von Ralph Andraschek- Holzer berichtet Erich Rabl von derGründung einer Waldviertel- Bibliothek im Höbarthmuseum. Darin sollendie Bestände der Bibliothek des Museumsvereines, der Vereinsbibliothekdes Waldviertler Heimatbundes( WHB) und vor allem die wissenschaftlicheBibliothek aus dem Nachlaß von Walter Pongratz, dem langjährigen Präsi-denten des WHB, vereint werden. Damit besitzt das Horner Museum einewichtige Einrichtung für die Heimat- und Regionalforschung. Ralph Andra-schek- Holzer zeigt abschließend die Probleme der Horner Stadtgeschichts-