1992, Heft 2
Literatur der Volkskunde
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hilfreich aber auch die Übersicht der verschiedenen Utensilien zur Pflegeder natürlichen Lichtquellen bzw. zum Anzünden und Verlöschen derselben.Die Verfasserin hat zu alledem eine besondere Einführung über„ Ziel undZweck der Ausstellung"( und ihres Kataloges) sowie eine Kurzbiographieund Würdigung des Sammlers Ladislaus Benesch vorangestellt( S. 7- 12).Zu den einzelnen Sachgruppen gibt sie ferner jeweils eine zusammenfassen-de und übersichtliche Einleitung in die Ergologie und Sachgeschichte. Sieberuft sich dabei etwa in dem doch schon sehr weit zurückliegenden Kapitelzur Kienspanbeleuchtung auch auf Auskünfte von noch lebenden Gewährs-leuten aus dem Waldviertel( S. 14 f.). Und da schon durch die Sammlung L.Benesch auch die Länder Innerösterreichs und Salzburg neben Oberöster-reich und Niederösterreich gut vertreten sind, wären Schilderungen,„, wiedas einmal war", auch von dort genügend greifbar gewesen. Ich verweisenur auf die lebendige Darstellung Michael Unterlerchers in seinen Erinne-rungen ,, In der Einschicht“( 1932', 19752, 1991³), wo der Bergbauernbubvom Plieẞnig ob Wiedweg mitten in den Kärntner Nockbergen anschaulich,, Von Liachtmåchn und söchtane Såchn so ums Jåhr 1865" erzählt. DieVerfasserin hat sich schließlich die Mühe gemacht und im Anhang aucheinschlägige Literatur zu ihrem Thema zusammengestellt und dabei dochauch einige Autoren außerhalb Österreichs angeführt. Die Liste ließe sichnatürlich beliebig erweitern; wirklich vermiẞt habe ich die wichtige verglei-chende und historische Darstellung über die erwähnte ,, Schusterkugel" vonErnfrid Jäfvert,„ Lyskulan eller skomakarkulan. Ett Bidrag till Belysningenshistoria"( Die Licht- oder Schusterkugel. Ein Beitrag zur Geschichte derBeleuchtung). In: Fataburen 1954, Stockholm: Nordiska Museet, 1954,S. 161 172. Dagegen hat G. Hempel sehr erfreulich auch wichtige Litera-tur zur Gewerbe- und Industriegeschichte um das Beleuchtungswesen inihre Literaturliste aufgenommen.
Oskar Moser
Hannelore FIELHAUER, Nun schlägt die Glocke 13. Wien, Verlag A.Schendl, 1991. 108 Seiten, 63 Abb.
Wenn die Glocke 13 schlägt, wie Hannelore Fielhauer ihr jüngstes Buchnennt, ist man erstaunt über ein unerwartetes Ereignis. Nun ist es nicht mehrüberraschend, daß die Autorin sich ihrem Thema gleichermaßen in wissen-schaftlich fundierter, amüsant lesbarer, kritischer und emotional- assoziati-ver Weise nähert. Immerhin ist es bereits das vierte Bändchen einer Reihe-
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bisher: Kerzen, Schlüssel und Schlösser, Wasser aber doch erstaunlich,wieviele Zwischentöne sie ihrem Thema abzugewinnen vermag.