Jahrgang 
95 (1992) / N.S. 46
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV XLVI/ 95

Gudrun HEMPEL, Lampen. Leuchter. Licht( II) aus der Metallsammlungdes Österreichischen Museums für Volkskunde. Katalog mit 32 Abbildun-gen. Wien, Selbstverlag des Österreichischen Museums für Volkskunde,1991. 131 Seiten, Tafeln mit Photos.

Im Zeitalter des elektrischen Lichts im Überfluß wird nur noch wenigenbewußt, wie umständlich und kostbar noch für unsere Großeltern die Be-schaffung und Erhaltung ausreichender Beleuchtung gewesen sind. MitRecht weist daher Johann Marte, Sektionschef im Bundesministerium fürWissenschaft und Forschung, in seinem Vorwort zu diesem zweiten undneuen Katalog auf die außergewöhnliche Bedeutung dieses nicht einfa-chen, hochtechnischen und äußerst vielfältigen Themas sowohl für dieKulturgeschichte wie für die allgemein technisch- wirtschaftliche Entwick-lung unseres Alltages hin.

Die besonders sehenswerte Sonderausstellung des Österreichischen Mu-seums für Volkskunde, die derzeit in mehreren Räumen hier mit nahezu 400Exponaten dazu gezeigt wird und die in einer ersten Auswahl mit derberühmten Spezialsammlung von Ladislaus Benesch 1984 im Schloßmu-seum Gobelsburg bei Langenlois() zusammengestellt wurde, ist hiervermehrt und ergänzt durch Bestände aus der Metallsammlung des Mu-seums. Gudrun Hempel übernahm dankenswerterweise deren Bearbeitungund Erweiterung sowie die Neubearbeitung des vorliegenden Kataloges, dervor allem für Museumsleute und Sammler oder Freunde der Geschichte desAlltagslebens ein hilfreiches und selten so systematisch aufgebautes Vade-mecum bietet.

Die ungemein reichhaltige und zugleich erlesene Schau gibt einen gutenEinblick in die wechselvolle Entwicklungsgeschichte unseres Beleuch-tungswesens und wird zugleich ein Spiegel technischen Fortschrittes unse-res alltäglichen Lebens. Gezeigt wird anhand der üblichen Gebrauchsgerätezur Beleuchtung der weite Weg vom Kienspanlicht über Talg- und Öllampenund die verschiedensten Arten und Formen von Kerzenhaltern und Laternenbis zu den Lichtquellen des Industriezeitalters mit Petroleum, Gas undelektrischem Strom; vor allem auf die Lichtquellen der Moderne möchteman besonders hinweisen, die hier in Auswahl dank der Unterstützungmehrerer Großfirmen geboten wird. Indessen ist allein schon die Zusam-menstellung auch der Altgeräte, denen der große österreichische Sammlerund Sachbearbeiter Ladislaus Benesch( 1845-1922) seine Lebensarbeitzugewendet hat, ungemein aufschlußreich, namentlich die Arten und For-men von Leuchtern und Lampen mit den sakralen Leuchtgeräten und demGeleucht der Bergleute. Wichtig dazu die Behelfe zur Lichtverstärkung vonfrüher, die berühmten Schusterkugeln, deren entwickeltestes Modell mitfünf verstellbaren Glaskugeln auf einem eignen Stuhl mir aus dem Vorarl-bergischen Landesmuseum in Bregenz in Erinnerung geblieben ist. Ebenso