Jahrgang 
95 (1992) / N.S. 46
Seite
213
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band XLVI/ 95, Wien 1992, 213- 232

Chronik der Volkskunde

Museumspraktikum am Österreichischen Museum fürVolkskunde für Absolventen des Textilrestauratorenlehrganges

Das Österreichische Museum für Volkskunde beherbergt eine umfangrei-che Textilsammlung. Für die wissenschaftliche Betreuung der rund 25.000Objekte umfassenden Abteilung ist Frau Dr. Margot Schindler zuständig. Eshandelt sich dabei um Kleidungsstücke aus dem heutigen Österreich und derehemaligen Österreichisch- Ungarischen Monarchie. Die Textilien sind ausverschiedenartigen Materialen gefertigt, deren Erhaltungszustand sehr un-terschiedlich ist. Diese Faktoren müssen bei der fachgerechten Aufbewah-rung berücksichtigt werden. Ein Großteil der Objekte ist in der Studien-sammlung in Mattersburg im Burgenland deponiert, während im Ethnogra-phischen Museum Schloß Kittsee hauptsächlich Textilien der Ost- undSüdosteuropaabteilung aufbewahrt werden. Die weite Entfernung der De-pots erschwert die Betreuung der gesammelten Textilien. Die Aufbewah-rung im Museum in Wien ist aufgrund des Raumangebotes jedoch nichtmöglich.

Im September 1981 wurde im Museum eine Abteilung für Textilrestau-rierung eingerichtet. Frau Christine Klein wurde mit den Restaurierungsar-beiten betraut. Sie führte bis zu ihrer Karenzierung im Februar 1988 Restau-rierungen und konservatorische Maßnahmen durch. Neben der Reinigungund den Wiederherstellungsarbeiten an schadhaften Objekten für Ausstel-lungen, mußten die Textilien auch für die Lagerung vorbereitet werden. Fürdas Einordnen der Bestände im Depot in Mattersburg waren längere Auf-enthalte erforderlich. Für die Zeit der Dienstverhinderung von Frau Kleinübernahm ich diesen Tätigkeitsbereich.

Um die fachliche Ausbildung der Restauratoren auf dem Textilsektor zugewährleisten, gibt es an der Höheren Bundeslehranstalt für Bekleidungs-gewerbe in der Herbststraße 104, 1160 Wien, seit 1976 einen einschlägigenFachkurs. Der vorerst einjährige Lehrgang wurde in der Zwischenzeit aufzwei Jahre verlängert. Im zweiten Jahr ist im Lehrplan der Gegenstand,, Restaurierpraxis vorgesehen. Einmal wöchentlich arbeiten die Absolven-ten unentgeltlich in verschiedenen Museen und lernen so den Arbeitsalltagin den Werkstätten kennen.

Im Österreichischen Museum für Volkskunde werden den Praktikantendie objektgerechte Lagerung in den Depots gezeigt und die damit verbun-