1992, Heft 1
Chronik der Volkskunde
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des Scheiterns ist vermutlich in dem damals nicht ausgeräumten Dissensinnerhalb der Wiener Völkerkunde selbst und jedenfalls in der negativenkulturpolitischen Entscheidung des Wissenschaftsministeriums zu suchen.Wenn indes als Grund für die endgültige Ablehnung eine„ national geprägteVolkskunde“ und die„ konservative Einstellung der Volkskundler"( Zitate!)ins Treffen geführt werden, so ist in einer solchen Stellungnahme einefalsche Unterstellung, ein hartnäckig weiterwirkendes Vorurteil oder ein-fach der Mangel bzw. das Nichtvorhandensein von zumutbarer Wissen-schaftsrezeption eines Nachbarfaches zu sehen.„ Über die Notwendigkeitder interdisziplinären Zusammenarbeit“ wird man sich also weiterhin denKopf zerbrechen müssen; und das nicht nur auf den Österreichischen Histo-rikertagen, wo Volkskunde und Völkerkunde in nun schon bewährter Weisekooperieren. Die vermeintliche„ Diskrepanz im Verständnis von Kulturzwischen Ethnologen und Volkskundlern" und ein davon abgeleiteter Kon-flikt, wie man ihn offenbar vereinzelt sehen möchte, sollten dann nicht mehrunbedingt„, unüberbrückbar" bleiben.
Anmerkungen
1 Hierzu neuerdings: Oskar Moser: Hundert Jahre Hausforschung in Österreich.In: ÖZV XLV/ 94, 1991, S. 329- 350.
2 Bericht über die konstituierende Versammlung des Verbandes ÖsterreichischerGeschichtsvereine in Wien vom 21. bis 24. September 1949. Bearbeitet vonHanns Leo Mikoletzky. Wien 1950, S. 3- 7.
3 Klaus Beitl: Volkskunde im Rahmen des 13. Österreichischen Historikertages1976 in Klagenfurt. In: ÖZV XXX/ 79, 1976, S. 160- 164.
4 Walter Dostal: Über die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeitfür die Gestaltung des Völkerkunde- Museums der Zukunft. In: Jürgen Zwerne-mann( Hg.): Die Zukunft des Völkerkundemuseums. Ergebnisse eines Sympo-sions des Hamburgischen Museums für Völkerkunde. Münster und Hamburg,LIT, 1991, S. 82- 87.
5 Ebd., S. 86.
Klaus Beitl