Jahrgang 
96 (1993) / N.S. 47
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Literatur der Volkskunde

ÖZV XLVII/ 96

brauchsnutzen solcher Sammelbände von nachgedruckten Einzelarbeitenmit einer gemeinsamen übergreifenden Themenstellung hervorzuheben. DerVerfasser hatte in den letzten Jahren mehrfach die Freude, solche Zusam-menstellungen von Reproduktionen seiner Einzelarbeiten unter verschiede-nen Gesichtspunkten in die Hand nehmen zu dürfen. Sie runden das Bildeines reichen Forscherlebens besser ab als so manche detaillierte Publikati-ons- Bibliographie. Doch im Falle des Jubilars sind auch die Publikationennicht vollständig erfaßt, enthalten doch die analytischen Werkregister von1977, 1989 und 1992( H. Gerndt/ G. R. Schroubek, Vergleichende Volkskun-de. Bibliographie Leopold Kretzenbacher. München/ Würzburg 1977; G.Möhler, Vergleichende Volkskunde. Bibliographie Leopold KretzenbacherII. München 1989[ hektogr.]; H. Gerndt/ E. Grabner, Vergleichende Volks-kunde. Bibliographie Leopold Kretzenbacher III. ÖZV 95, 1992, S. 433434) nicht die wohl an die Tausendergrenze heranreichenden Buchbespre-chungen, die ein getreuer Pegelmesser des geistigen Umsatzes", des wis-senschaftsethischen Engagements und des thematischen Interessenhorizon-tes einer Forscherpersönlichkeit darstellen. Denn auch auf diesem Sektor,der Fülle und Reichweite der Rezensionstätigkeit, steht der Nestor derVergleichenden Volkskunde als konsequenter Vertreter einer ernstgenom-menen ,, Ethnologia Europaea" auf weitem Feld allein da. Es bleibt zuhoffen, daß diese leicht zu füllende Lücke in Zukunft geschlossen wird.Denn die Bemühungen um eine bio- bibliographische Personen- undInstitutionengeschichte sollte den herausragenden Fachvertretern docheigenes Augenmerk schenken. Das Erscheinen dieser auch von der Auf-machung her ansprechenden gelungenen Festgabe mag dem Jubilar vielFreude bereiten.

Walter Puchner

Stefan SCHUMACHER, Die rätischen Inschriften. Geschichte und heu-tiger Stand der Forschung(= Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft,Sonderheft 79). Innsbruck 1992.

Wer sich mit dem Korpus der sogenannten rätischen Inschriften beschäf-tigt hat, kennt die unbefriedigende Editionslage: Die grundlegende Samm-lung von Josua Whatmough( The Prae- Italic Dialects of Italy II, Cam-bridge/ Mass. 1933, S. 3- 64) ist in mancherlei Hinsicht überholt, und dieswird durch ein 1975 erschienenes Supplement( Alberto Mancini, IscrizioniRetiche, Studi Etruschi 43, 1975, S. 249 306) nur teilweise wettgemacht.Da beiden Werken brauchbare Indices fehlen, müssen für manche Detailfra-gen mühsame und oft zeitaufwendige Sucharbeiten angestellt werden.