Jahrgang 
96 (1993) / N.S. 47
Seite
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Chronik der Volkskunde

ÖZV XLVII/ 96

,, Baustelle Volkskultur"

Enquête des Instituts für Volkskultur und Kulturentwicklung undEröffnung des Kulturgast Hauses Bierstindl in Innsbruck

Am 18. September 1993 fand in Innsbruck die feierliche Eröffnung desKulturgast Hauses Bierstindl( Klostergasse 6) statt, das mit Mitteln desBundes und des Landes Tirol renoviert und adaptiert wurde und in Zukunft15 volkskulturellen Vereinen und Kulturinitiativen( so dem Tiroler Volks-liedwerk, der Initiative Minderheitenjahr, dem Internationalen Dialektinsti-tut, Pro Vita Alpina sowie dem Institut für Volkskultur und Kulturentwick-lung, um nur die für die Volkskunde wichtigsten zu nennen) Arbeits- undVeranstaltungsräume bietet. Sie- die Eröffnung- begann mit der Segnungdes Hauses durch den Abt des Stiftes Wilten, wurde fortgesetzt mit einemvielfältigen Vortrags- und Diskussionsprogramm, begleitet von einem sport-lichen Schießwettbewerb in einem eigens dafür eingerichteten Raum, fandihren offiziellen Abschluß mit einem sehens- und hörenswerten musika-lisch- poetisch- kulinarischen Fest aller Bierstindl- Vereinigungen und mün-dete in freies Musizieren und Tanzen bis weit in die Nacht.

Nun aber konkret zu den bemerkenswerten Punkten und Ereignissendieses für die Entwicklung und Präsentation von Volkskultur wichtigenTages: Dem Eröffnungstag war bereits die Vorstandssitzung und General-versammlung des unter der Leitung von Gerlinde Haid stehenden Institutsfür Volkskultur und Kulturentwicklung vorausgegangen, das hier eineHeimstätte für MitarbeiterInnen, Bibliothek und Archiv gefunden hat. DasInstitut, im Herbst des Vorjahres gegründet, versteht sich als Schaltstelle fürund Zentrale von Informationen( volks-) kultureller Tätigkeiten im weitestenSinn für ganz Österreich und jede/ n daran Interessierte/ n. Dementsprechendwurden auch die Schwerpunkte für das kommende Arbeitsjahr bzw. dienächste Zeit festgelegt: Dokumentation volkskultureller Projekte in öster-reichischen Schulen, Volkskultur und Tourismus einschließlich der entspre-chenden Ausbildung von Fachleuten sowie allenfalls Volkskunde/ Volkskul-tur und/ in Medien. Als weitere Aufgabenbereiche für die Zukunft wurdenVolkskultur und Religion, Erwachsenenbildung und Kulturpolitik genannt.Es soll multikulturell gearbeitet werden, d.h. daß allen und dies im wahr-sten Sinne des Wortes kreativen Kräften Zeit und Raum eingeräumtwerden mit dem Ziel, Volkskultur in ihren verschiedenen gegenwärtigenAusformungen in all ihrer Vielfältigkeit zu präsentieren, zu dokumentierenund wissenschaftlich zu erforschen und sie so letztlich aus dem ihr gernezugewiesenen ,, verstaubten" Winkel herauszuholen.

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Diese Aufgaben galt es in der Enquête ,, Baustelle Volkskultur"( welchean die bereits erwähnte Haussegnung, die Eröffnungsreden und das unver-meidliche Durchschneiden des Bandes anschloß) zumindest anzudeuten.Nach der Begrüßung durch Gerlinde Haid folgten Kurzreferate zu folgenden