Jahrgang 
96 (1993) / N.S. 47
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Chronik der Volkskunde

ÖZV XLVII/ 96

Bericht über die Tagung des ,, ICOM Costume Committee❝in Edinburgh vom 12. bis 16. Juli 1993

Das Costume Committee, überaus aktiv im Konzert der 25 internationalenKomitees des Internationalen Museumsrates ICOM, hielt seine heurigeJahrestagung vom 12. bis 16. Juli 1993 in Edinburgh, Schottland, ab. Über70 der derzeit 198 Mitglieder des Komitees, welche 33 Nationen repräsen-tieren, trafen sich zum fachlichen Gedankenaustausch über die Kontinentehinweg. Es handelt sich bei den Komiteemitgliedern um vorwiegend Damenvon ausgeprägter Individualität, deren oft langjährige Berufserfahrung inTextil- und Modesammlungen großer und kleinerer Häuser zu teilen, großesVergnügen bereitet. Absolut willkommen waren aber auch die wenigenHerren, die zum Teil bedeutende Kostümsammlungen, wie das Monturdepotdes Kunsthistorischen Museums in Wien oder die Kostüm- und Modesamm-lung des Württembergischen Landesmuseums in Stuttgart, vertraten. Als beson-ders liebenswert erwies sich das Kennenlernen von Anne Buck, einer ehemali-gen Vorsitzenden des Kostümkomitees, einer, very british lady', deren zahlrei-che bedeutende Publikationen sie als wirkliche Grande Dame der englischspra-chigen Kostümkunde ausweisen und die, obwohl bereits in der neunten Dekadeihres Lebens, als eine der ersten für die Tagung registrierte.

Die Referatsbeiträge waren auf Grund des sehr allgemein gefaßten Ta-gungsaufrufes thematisch breit gestreut. Ein Großteil der Vortragendenfolgte der Einladung ,, represent your collection und stellte einzelne Museenund spezielle Sammlungen vor- mit unterschiedlichen Schwergewichtenmehr auf den wissenschaftlichen oder konservatorischen Einrichtungen, wieAusstellungswesen, Depots, Studiensammlungen, Dokumentation, etc. Aufdiese Weise bekam man mit Unterstützung durch Dias und Videos in drei Tageneinen ganz guten Einblick in Spezialsammlungen, den man durch eine entspre-chende Reisetätigkeit zwar unmittelbarer aber nur unter ungleich größeremzeitlichen und finanziellen Aufwand erzielen könnte.

Vorgestellt wurden: das Kent State University Museum, USA, 1959hervorgegangen aus einer Privatsammlung zweier Geschäftsleute aus derModebranche; die hundertjährige Geschichte der Textil- und Trachten-sammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien; dasKyoto Costume Institut in Japan, welches neben historischen Kostümen vielmoderne Mode sammelt, und 1991 die über tausend komplette Ensemblesumfassende Sammlung eines bedeutenden Designers übernahm, und dasGastgeber für das Costume Committee Meeting 1994 sein wird; das Natio-nalmuseum Krakau; das Braunschweigische Landesmuseum; das Histori-sche Museum Basel, welches das zweitausend Stück umfassende Legat einerBasler Dame der Gesellschaft aus dem 20. Jahrhundert verwahrt; das neueTextildepot des Victoria& Albert Museums in London, welches die rapide