Jahrgang 
96 (1993) / N.S. 47
Seite
379
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band XLVII/ 96, Wien 1993, 379- 380

Oskar Moser

Zueignung zum 80. Geburtstag am 20. Jänner 1994

Wir, die Herausgeber und Redakteure der Österreichischen Zeit-schrift für Volkskunde des gegenwärtig in sein Zentenarium eintre-tenden Vereins für Volkskunde in Wien, dürfen bei der Zueignungdieses Heftes den Gefeierten selbst zitieren. In seiner Widmung dessoeben vorangegangenen Heftes an den gleichaltrigen Jubilar FranzCarl Lipp bemerkt Oskar Moser vorab: ,, Die Volkskunde, wie wir siegelernt und gelebt haben, geht in die Jahre. Es verdichtet sich daherder Reigen von Anlässen und besonderen Gedenktagen..." Damit istangesprochen das für die Volkskunde in Österreich auffällige Phäno-men der stark besetzten Gelehrtengeneration der letzten Friedensjahrevor dem Ersten Weltkrieg Leopold Schmidt( 15.3.191218.12.1981), Leopold Kretzenbacher( geb. 13.11.1912), FriederikeProdinger( geb. 30.5.1913), Franz Carl Lipp( geb. 30.7.1913), KarlIlg( geb. 23.12.1913) und Oskar Moser( geb. 20.1.1914); unmittelbarvor dem Ende einer Epoche also, da sich, was unser Fach in Österreichbetrifft, die Volkskunde eben erst als akademische Disziplin zuetablieren begann und entschiedener als bislang die Gliederung undanalytische Durchdringung ihres immensen Stoffgebietes unternahm.Erst daraus begannen Sammlungen und Museen zu entstehen, mitdenen man(...) neue Vorstellungen von Herkommen, Eigenart undIdentität unserer Menschen und Länder auf einer wissenschaftlichfundierten Basis entwickeln konnte". Mit ihrem Wirken in der Wis-senschaft und durch ihr Mitgestalten an den Institutionen derselbenhaben sie der Disziplin Volkskunde in unserem Land und im interna-tionalen Verbund über einen Zeitraum von inzwischen vier Genera-tionen von Volkskundlern hinweg mit das Gepräge gegeben, wie inihrem Leben und Werk sich auch der ,, Wandel der Dinge und An-schauungen" im Spannungsfeld des Wissenschaftssegmentes Volks-kunde spiegelt.

Es ist das Gefühl der inneren Verbundenheit, aber auch das Bewußt-sein der Zusammengehörigkeit nach außen, welche für uns der Anlaßsind, die glücklich anfallenden, lebensgeschichtlich bedingten Jubi-