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Literatur der Volkskunde
ÖZV XLVII/ 96
lich eine angegessene Birne". ,, Im Fach des Wochenendheimfahrers stapeltsich neben einem Glas Eingemachtem... die Tupperware mit Mutters guterund vertrauter Hausmannskost“. Der Kühlschrank des Selbstverpflegers,der ,, regelmäßig alles selbst kocht“, ist ,, dicht bepackt“( S. 37).
Auch wenn das Büchlein kein Führer durch die hohe Eẞkunst ist, so kannes durchaus als Appetit- Anreger für Feldforschung mit Studierenden gese-hen werden. Es könnte m.E. als Einführungslektüre in die volkskundlicheMethodik verwendet werden.
Elsbeth Wallnöfer- Costazza
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Monika SKOWRONSKI, Marina MARINESCU, Die Volksbücher"Bertoldo und Syntipas in Südosteuropa. Ein Beitrag zur Kulturvermittlungin Griechenland und Bulgarien vom 17. bis 20. Jahrhundert.( Arbeiten undBibliographien zum Buch- und Bibliothekswesen, Band 10.) Frankfurt a. M.,Peter Lang, 1992, 511 Seiten.
Das umfangreiche Werk enthält eine Fülle von Informationen zu einerGattung, die wir mit ,, Volksbuch" umschreiben, im Bereich von Griechen-land und Bulgarien. Es ergänzt so wertvoll, was für den rumänischen Raumbereits vorliegt.
Diese Studie ist zugleich aufschlußreich, wenn man die darin behandeltenStoffe und ihre Funktion mit jener in Mitteleuropa und Italien vergleicht.Das gilt insbesondere für den Bertoldo.
Die beiden Autorinnen berichten exakt auch über die Unterschiede in derAusformung, je nachdem sie mehr für ein literarisch versiertes oder eineinfaches Lesepublikum gedacht waren. Daß dabei die Grenzen manchmalfließend sind, ist klar: ,, Insgesamt sind die, Türkischen Erzählungen' ausdem Jahr 1858 von der Art ihrer Vorlage, ihrer Veröffentlichung in einerLiteraturzeitschrift und verbunden damit der ihnen zugedachten Funktionzwar nicht als Volksbuch im eigentlichen Sinn des Wortes anzusehen, siebildeten jedoch die Vorlage für die Bearbeitung des Stoffes durch StojanMarinov, der die Erzählungen 1880 in einer Serie kleiner Heftchen vonjeweils 16 Seiten in Tǎrnovo auf den Markt brachte und sie damit einembreiten Publikum zugänglich machte.“( S. 293f)
Soviel hier als pars pro toto für die ins Einzelne gehenden Analysen.Der Band zeigt folgende Gliederung: Einleitung( Problemgeschichte undFragestellungen, Versuch einer Begriffsdefinition, Quellen und Quellenkri-tik)- Zur Vorgeschichte der beiden Stoffe- Bertoldo und Syntipas alsgriechische Volksbücher- Bertoldo und Syntipas in der bulgarischen Tra-dition- Zusammenschau: Volksbücher und Kulturvermittlung in Südosteu-