Jahrgang 
96 (1993) / N.S. 47
Seite
319
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1993, Heft 3

Chronik der Volkskunde

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Freilichtmuseum und Hausforschung

Eine österreichisch- slowenische Fachtagung in Klagenfurt

Die ausgreifenden Bemühungen sowohl in der Hausforschung als auchdamit in Zusammenhang stehende aktuelle Probleme namentlich in derPlanung und Gestaltung sowie Führung von Freilichtmuseen haben in denletzten Jahren zu verstärkten gemeinsamen Kontakten mit der überausrührigen Forschung in Slowenien und den dortigen Bemühungen zur Pla-nung von Freilandmuseen geführt. Nun fand am 24. und 25. Mai 1993 inKrastowitz bei Klagenfurt eine weitere solche Fachtagung über diesengroßen Problemkomplex statt, an der sich über 20 Teilnehmer aus Slowenienund aus Österreich beteiligten, und zwar sowohl aus dem Bereich derMuseumsarbeit wie aus der Denkmalpflege und der volkskundlichen Haus-forschung. Fachgespräche in dieser Richtung fanden über Anregung von Dr.Silvester Gaberšček( Ljubljana) bereits 1991 in Kranj in Slowenien alsGäste des dortigen Denkmalamtes der Republik Slowenien statt und erwie-sen sich als nützlich und hilfreich in verschiedener Richtung.

Auf dem diesjährigen Meeting in Klagenfurt ging es um aktuelle Proble-me speziell in der Hausforschung beider Länder, insbesondere auch mitBezug auf die Freilandmuseologie. Es wurde eingeleitet von O. Moser über,, Grundsätzliche Fragen zur Forschung und Museumssituation", wobei ins-besondere auch auf die intensiven Forschungsarbeiten der letzten Jahre inSlowenien hingewiesen wurde, über deren aktuellste Probleme und Aufga-ben sodann Tone Cevc von der Slowenischen Akademie der Wissenschaften( SAZU) in Ljubljana sowie Direktor Ivan Sedej vom Slovenski EtnografskiMuzej in Ljubljana berichteten. Kurt Conrad( Salzburg) verwies auf dieNotwendigkeit der Berücksichtigung siedlungs- und kulturgeographischerGesichtspunkte schon bei der Planung und Situierung von Freilandmuseenund zeigte deren sehr unterschiedliche Einhaltung an Beispielen solcherMuseen in Europa.

Zu den konkreten Vorgaben dieser und einer Reihe weiterer Referate ausSlowenien entwickelte sich im Anschluß eine sehr angeregte Diskussion,die nicht zuletzt Notwendigkeit und Nutzen solcher grenzüberschreitenderKontaktgespräche spürbar werden ließ. Zugleich zeigte es sich wieder, daßselbst angesichts konkreter Vorhaben und Aufgaben in der Museologie dieKlärung gewisser Grundfragen der Hausforschung wünschenswert ist, unterdenen insbesondere vor allem Fragen der einheitlichen Terminologie undsolche zur frühen und mittelalterlichen Genese unserer Hausformen undWohntypen eine wesentliche Voraussetzung darstellen. Daß sich daneben inder Museumsarbeit viele meritorische Detailfragen immer wieder neu stel-len, zeigte ein Besuch der Teilnehmer im Kärntner Freilichtmuseum MariaSaal, dessen Fördererverein, unterstützt von der Kärntner Landesregierung,