Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band XLVII/ 96, Wien 1993, 245-251
Franz Carl Lipp
Zum 80. Geburtstag am 30. Juli 1993
Von Oskar Moser
Die Volkskunde, wie wir sie gelernt und gelebt haben, geht in dieJahre. Es verdichtet sich daher der Reigen von Anlässen und beson-deren Gedenktagen, unter denen für die Volkskunde in Österreich der80. Geburtstag von Franz Carl Lipp ganz gewiß der geringste nicht ist.Unter den vielen festlichen Gedenken, die dem bedeutenden Oberöster-reicher da ins Haus stehen mochten, war der Festakt, den die oberöster-reichische Landesregierung gemeinsam mit mehreren einschlägigenLandesinstituten bereits am 8. Juli 1993 hatte ausrichten lassen, nichtnur Einleitung sondern zugleich ein erster Höhepunkt nach Zahl undGewicht der Gratulanten wie auch nach Ort und festlichem Rahmen imLandhaus zu Linz. Schon darin wurde deutlich, wie sehr die Persönlich-keit des Jubilars das Kulturleben Oberösterreichs als Volkskundler nachverschiedensten Richtungen geprägt hat. Zudem war Franz Carl Lippauch mit dem übrigen Österreich, nicht zuletzt auch mit Bayern und mitdem Verein für Volkskunde in Wien aufs engste verbunden, als dessenVizepräsident er mehrfach und durch lange Jahre wirkte. Noch ist vielendort sein Vortrag vor kurzem in Erinnerung, mit dem der Jubilar gleich-sam Rechenschaft und Bekenntnis zu seinem Tun und Wirken in derVolkskunde in aller Frische und mit der ihm eigenen Verve abgelegt hat.
In der Tat ist die Vollendung des 80. Lebensjahres von Franz CarlLipp ein großer Tag nicht nur für seine oberösterreichische Heimat,der er ein langes Leben und bis weit in seinen Ruhestand hinein mitaller Hingabe und mit letzter Aufopferung gedient hat, der er Großesund Bleibendes erarbeitet und geschaffen und wissenschaftlichenRuhm in seinem Fach nicht zuletzt auch von draußen hereingeholthat; ein großer Tag in Wahrheit auch für die Volkskunde diesesLandes, zu deren führenden Köpfen, vielfach ausgezeichnet, FranzLipp zählt, aber eben auch für Österreich, ja weit darüber hinaus.
Der immer noch rüstige Jubilar steht in jener Generation, in dersich die Volkskunde eben erst als akademische Disziplin zu etablieren