1993, Heft 2
Literatur der Volkskunde
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kante e a Erweiterungen( na da= ne da, jesan= jezen, h mane= k meni(... S. 104); ,, So gibt es bei Gabernik auch kein einziges palatalisiertes g:h( ga: ha, ga niso gori: ha niso gori etc."; S. 100) u.ä.
Trotz der angeführten Unzulänglichkeiten sei zusammenfassend festge-halten: Eine übersichtliche Gesamtdarstellung des Phänomens, bukovništ-vo' war dringend notwendig. Dem Autor, der dieses anspruchsvolle undkaum überschaubare Thema gewählt hat, gebührt also besonderer Dank. DieArbeit stellt zweifelsohne eine anerkennenswerte kultur- und literarhistori-sche Bereicherung für Kärnten und auch für die gesamte slowenischeSprachgeschichte dar.
Herta Maurer- Lausegger
Joachim WIDERA, Möglichkeiten und Grenzen volkskundlicher Inter-pretation von Hausinschriften(= Artes Populares- Studia Ethnographica etFolkloristica, Bd. 19). Frankfurt a.M./Bern/New York/ Paris, Peter Lang,1990, 417 Seiten, 46 Abb.
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Joachim Widera legt mit dieser Arbeit eine Auswertung von Hausin-schriften vor, die er in vierzigjähriger Sammeltätigkeit zusammengetragenhat. Dazu angeregt worden war er durch den Vincke- Hausinschriften-Kreis“( Vorwort, S. 1), welcher durch den Freiburger Professor für Kirchen-geschichte und Religiöse Volkskunde Prof. Dr. J. Vincke initiiert wordenwar. Zu diesem Arbeitskreis gehörten des weiteren Joh. Thomes und AntonTumbrägel, auf deren Hausinschriftensammlungen der Autor u.a. zurück-greift. Die Sammlungen konzentrieren sich im Wesentlichen auf den Südol-denburger und Osnabrücker Raum, wobei die Kirchspiele Steinfeld, Dam-me, Lohne, Langfördern und Bakum näher betrachtet werden. Die Hausin-schriften des Kirchspiels Steinfeld beruhen auf Wideras eigener Samm-lungstätigkeit. Darüber hinaus werden die Inschriften des ehemaligen Hoch-stifts Osnabrück, genauer des Amtes Bersenbrück und des Kirchspiels Belmuntersucht. Im Vergleich dazu zieht Widera die Sammlung K. J. Thieles ausOstwestfalen, nämlich des ehemaligen Fürstentums Corvey heran.
Trotz dieser regionalen Einschränkung ist als ein Ergebnis herauszustel-len, daß sich das Wesen der Hausinschriften offensichtlich nur im deutsch-sprachigen Raum nachweisen läßt( S. 19), eine Schlußfolgerung, zu derWidera aufgrund seines intensiven Literaturstudiums gelangt. Der Frage,warum es in anderen Ländern keine entsprechenden Parallelen gibt, müsseaber an anderer Stelle weiter nachgegangen werden.
Zu Beginn der Untersuchung stellt Widera drei ,, Grundforderungen" auf,welche an das Material bzw. an seine eigene Vorgehensweise zu knüpfen