Jahrgang 
96 (1993) / N.S. 47
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1993, Heft 2

Literatur der Volkskunde

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in Preddvor bei Kranj gefunden. Es folgte eine Reihe weiterer( bekannt sindmehr als 14) Abschriften.

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Luka Maurers Liederhandschrift, ein katholisches Kirchenliederbuch ausdem Jahr 1754( 391 Seiten), enthält 90 verschiedene Kirchenlieder und eineEinleitung von Maurer ,,, in dem- erstmals in der Geschichte dieses Schrift-aus erster Hand über Arbeitsweise, Motivation und literarischeVoraussetzung eines solchen, bukovnik' berichtet wird"( S. 85). Durch dieÜbersetzung von volksmedizinischen Texten, wie z.B. Arcniske bukve vonAndreas Goritschnig aus dem Jahr 1765, finden auch weltliche ThemenEingang in das literarische Schaffen der, bukovniki.

Dem Gebetbuch von Simon Gabernik( 1780), das sich in der Handschrif-tensammlung des Instituts für Slawistik der Universität Wien befindet undin der Fachliteratur bislang keine Beachtung fand, widmet der Autor seinbesonderes Interesse( S. 87 100), handelt es sich hierbei doch um eineErstvorstellung innerhalb der slowenischen Literatur- und Kulturgeschich-te. Die handschriftlichen Texte stellen ein, getarntes' slowenisches Aber-glaubenbuch dar, in dem nur die ersten 5 Kapitel einem katholischenGebet- bzw. Liedertextbuch" entsprechen. Die verbleibenden Kapitel 6- 17enthalten ,, eine Zusammenschrift aus allen möglichen Bereichen des Aberglau-bens"( S. 88) aus verschiedenen Quellen und zeigen inhaltliche und sprachlicheAbweichungen von den älteren Versionen( Sadnikar- Handschrift, Žegars An-tikrist, Duhovna bramba- Geistliche Schild- Wacht). Im Vergleich zur Sadni-kar- Handschrift, die Merkmale des Gailtaler Dialekts aufweist, treten in derGabernik- Handschrift Besonderheiten des Rosentaler Dialekts in Erscheinung.In seiner Schlußbemerkung zur Übersetzer- Phase hält Paulitsch fest, daßdie Büchlein Duhovna bramba, Kolomonov žegen, Antikrist und Arcniskebukve ,, kultur- und literaturhistorischen Notwendigkeiten entsprachen, diemit jenen ursprünglichen der protestantischen, also religiösen Abschreibernicht zu vergleichen sind( S. 101). Diese halfen ,, grundsätzlichst die Kon-tinuität der geschriebenen Sprache in Kärnten zu wahren und entsprachen,, dem Geschmack, Zeitgeist und Bedürfnis eines nach Literatur, durstendenVolkes"( S. 101f.).

In der Handschrift aus Leše/ Liescha pri Prevaljah/ Prävali aus der Mittedes 18. Jahrhunderts kündigt sich der Aufschwung volksliterarischen Schaf-fens der, klassischen bukovniki( 18./19. Jahrhundert) an, wo neben Gebetenund Kirchenliedern auch eigenständige, künstlerische Texte aus der slowe-nischen Volkskultur und Volkskunde zu finden sind( drei Volkslieder, Sprü-che zur Hochzeitseinladung, volksmedizinische Rezepte, eine Anleitungzum Weben u.ä.; S. 102).

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wirkte im Rosental eine Reihe sloweni-scher Volksliteraten. Als bekannteste Vertreter gingen Andreas Schuster-Drabosnjak( 1768-1825) aus Oberjeserz bei Velden/ Zgornje jezerce pri