1993, Heft 2
Chronik der Volkskunde
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weiterzugeben. Daß damit auch das zu erwartende Publikum bereits bei derHerstellung eines solchen Filmes in die Überlegungen miteinbezogen wer-den müßte, war ebenso unbestritten wie generell die Notwendigkeit ver-stärkter filmischer Aktivitäten. Die von E. Ballhaus gegründete GöttingerGesellschaft für den kulturwissenschaftlichen Film wäre mit ihren bisheri-gen Produktionen und der Einbindung entsprechend geschulter Studierenderdurchaus geeignet, andernorts als Vorbild zu dienen.
In der abschließenden Kommissionssitzung wurden Edmund Ballhaus alsVorsitzender und Alois Döring als Geschäftsführer einstimmig bestätigt; obdie Anregung, ein Informationsblatt herauszugeben, Erfolg hat, wird we-sentlich von der Mitarbeit der Kommissionsmitglieder abhängen. Diesewerden ihre nächste Sitzung 1993 anläßlich der DGV- Tagung in Passauabhalten und dort auch versuchen, Ort und genaues Thema des nächsten, für1994 vorgesehenen Treffens zu vereinbaren.
Elisabeth Bockhorn
August Johan Bernet Kempers( 1906- 1992)
Am 2. Mai 1992 verschied Prof. Dr. August Johan Bernet Kempers,korrespondierendes Mitglied des Vereins für Volkskunde in Wien, im Altervon 85 Jahren in seinem Wohnort Arnheim. Bernet Kempers war einvielseitiger Mensch, der schon eine beachtliche Karriere hinter sich hatte,als er im Jahre 1958 mit der Volkskunde in Berührung kam. In diesem Jahrwurde er zum Direktor des Niederländischen Freilichtmuseums zu Arnheimernannt, eine Stelle, die er bis zu seiner Pensionierung erfüllt hat.
Bernet Kempers hatte Altphilologie, Kunstgeschichte und Archäologiestudiert und promovierte 1933 mit einer Doktorarbeit über ,, The bronzes ofNalanda and Hindu- Javanese arts“. Er verbrachte eine längere Periode,1936-1956, in Indonesien, dem ehemaligen Niederländisch Indien, wo eru.a. als Professor der Archäologie, Alte Geschichte von Indonesien, Kultur-geschichte von Vorderindien und Kunstgeschichte des Hinduismus undBuddhismus lehrte. 1956 kehrte er, 50 Jahre alt, als amtloser Bürger nachden Niederlanden zurück. Als er 1958 zum Museumsdirektor ernannt wurde,wurde er in dieser Eigenschaft zugleich in die Volkskundliche Kommissionder Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften, den Vor-läufer des heutigen P. J. Meertens- Instituts, aufgenommen. Er betrachtetesich damals auf dem Gebiet der niederländischen Volkskunde mit Recht alsein Außenseiter. Das hatte auch seine Vorteile, da die damalige niederlän-dische Volkskunde stark auf bestimmte Probleme und Projekte, insbesonde-re das Atlasunternehmen, fixiert war. Bernet Kempers verfügte über einen