1993, Heft 2
Chronik der Volkskunde
185
Die sakralen volkstümlichen Statuen, die sich heute im HistorischenMuseum auf der Burg in Bratislava befinden, gehören zu einer Sammlungvolkstümlicher Plastiken, die das Slowakische Nationalmuseum seit denzwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts betreibt. Im Laufe der Zeit wuchsihre Zahl auf 2500 Objekte, zu denen auch Werke der zeitgenössischenbildenden Kunst zählen. Die alten sakralen Statuen sind aber die Grundlageund der wertvollste Teil der Kollektion.
Die schönsten Stücke daraus sollen in der Ausstellung im Ethnographi-schen Museum zu sehen sein als Ausdruck der guten Beziehungen zwischenden beiden Ländern; kreuzten sich doch gerade hier die Wallfahrtswegeunserer Vorfahren in Verehrung derselben Heiligen.
Magdalena Mrázová
,, Der Mensch im Mittelpunkt des volkskundlichen Films?"3. Arbeitstagung der Kommission für den volkskundlichen Filmder Deutschen Gesellschaft für Volkskunde in Bonn
-
Vom 24.- 27. September 1992 fand in der Deutschen LandjugendAkademie Fredeburg e.V. in Bonn Röttgen nach Reinhausen 1988 undSalzburg 1990 die dritte Arbeitstagung der reaktivierten Kommission fürden volkskundlichen Film der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde statt.In Zusammenarbeit mit der Landjugend- Akademie hatte der Landschafts-verband Rheinland- Amt für rheinische Landeskunde die Ausrichtung derVeranstaltung übernommen; Alois Döring, Leiter der volkskundlichen Ab-teilung des genannten Amtes und Geschäftsführer der Film- Kommission,war der Tagung ein umsichtiger Organisator.
_
Begrüßungsworte der Veranstalter und des KommissionsvorsitzendenEdmund Ballhaus sowie ein geselliges Beisammensein prägten den Eröff-nungsabend, ein ,, volles" Programm die beiden nächsten Tage. In seinemEinführungsvortrag ,, Den Menschen das Wort geben" hob E. Ballhaus dieProblematik bisheriger volkskundlicher Filme hervor, die sich darin äußert,daß in diesem Medium der Mensch und sein Leben- im weitesten Sinneimmer noch zu kurz kommen. Als Gründe nannte er etwa die bisherigenStandards der Lehr- und Schulfilme sowie die bislang behandelte Thematik( die nicht viel Aufwand- weder Zeit, Geld noch einen Denkprozeßerforderten). Gleichzeitig aber skizzierte er die Schwierigkeiten, die sichaus einer verstärkten Einbeziehung des Betroffenen ergeben: etwa, daß dasSprechen, das Kommentieren nicht jedermanns Sache sei, daß das Mikrofonund die Filmkamera samt Beleuchtungseinrichtungen und Filmteam Unge-zwungenheit kaum oder eher selten aufkommen lassen. Doch auch die Seite