Jahrgang 
96 (1993) / N.S. 47
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Chronik der Volkskunde

ÖZV XLVII/ 96

kostenlose Überlassung des ärarischen Baugrundes und verpflichtete sich,die Baukosten im Staatsbudget unterzubringen. Eine knappe Mehrheit derProfessoren stimmte dem Vorschlag zu. Schließlich wurden Lageplan undBauprojekt einstimmig angenommen und vom Ministerium für Cultus undUnterricht 1895 genehmigt. Die Kosten betrugen 665.000 Gulden. Nach17monatiger Baudauer wurde das Hochschulgebäude im Wintersemester1896/97 seiner Bestimmung übergeben. So wurde die BOKU durch dieStadterweiterung im Zuge der Verlegung von der Josefstadt nach Gersthofkeine niederösterreichische Hochschule, sondern eine der Wiener Universi-täten und sie ist es geblieben.

Die Professoren der BOKU freuten sich über das neue Gebäude undHofrat Prof. Adolf von Guttenberg sagte als ehemaliger Rektor über dasneue Gebäude:

,, Ein stolzer und prächtiger Bau schaut heute, umgeben von freundlichenVillen und Parkanlagen, umgrenzt vom Wiener Wald, weithinaus ins Land,und über die zu seinen Füßen liegende Residenzstadt. Die Aufschrift, welchediesen Bau als Hochschule für Bodenkultur bezeichnet, bekundet nachaußen die erhebende Tatsache, daß hier die höchste Lehrstätte für Land- undForstwirtschaft nunmehr ein dauerndes und der Bedeutung der Bodenkulturin Österreich würdiges Heim gefunden hat."

Wilhelm Exner sprach von einem Palast. Er sei ein Symbol für den Rangund Wert der wissenschaftlich gepflegten Bodenkultur in unserem Vaterlan-de. Der benutzbare Gesamtraum stieg von 3.422 auf 6.816. Heute beträgtdie Nutzfläche der BOKU über 60.000 Aber wir sind dankbar dem altenHaus, in dem wir rund 25 Jahre waren. Und wir danken dem heutigenHausherrn Hofrat Dr. Beitl, daß wir es als Anlaß dieser Erinnerungsfeierbenützen dürfen. Habent sua fata domus. Vielleicht wird einmal eine Tafeldaran erinnern, daß die BOKU hier 25 Jahre ihren Sitz hatte.

Manfried Welan

Fakultätslehrgang Museums- und Ausstellungsdidaktik"an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.SS 1991- WS 1992/93

Im Frühjahr 1991 wurde- dem wachsenden Interesse an museums- undausstellungsspezifischen Ausbildungsmöglichkeiten Folge leistend- unterder Leitung von Univ.- Prof. Dr. Karl Brunner( Institut für ÖsterreichischeGeschichtsforschung) an der Universität Wien ein interdisziplinärer Lehr-gang für Museums- und Ausstellungsdidaktik eingerichtet. Auf 4 Seme-ster anberaumit, mit durchschnittlich 9 Wochenstunden Lehrveranstaltun-gen, Projektarbeit in Kleingruppen, Exkursionen im In- und Ausland und