1994, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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Επετηρίς τον Κέντρου Ερεύνης της Ελληνικής Λαογραφίας. Annai-re du Centre de Recherches du Folklore Hellénique. Bd. XXVI- XXVII( 1981–1986, Athen 1990[ erschienen 1993]). 758 Seiten, zahlreiche Tabel-len, 20 Übersichtskarten, 10 Abb. auf Tafeln und im Text.
Das Forschungszentrum für Griechische Volkskunde der Akademie Athenhat, nach langjährigem Schweigen, den Folgeband 26/27 vorgelegt, der dielängst vergangenen Jahre 1981 bis 1986 decken soll. ,, Epiteris“ heißt eigent-lich ,, Jahrbuch", und als solches ist das ,, Jahrbuch des Volkskunde- Ar-chivs", wie es früher hieß, seit 1939 bis 1968 unter Georgios Megas undStefanos Imellos, auch geführt worden. In der Folge, unter dem etwaspompöseren Titel ,, Jahrbuch des Forschungszentrums für Griechische Lao-graphie“, haben die Einzelbände jeweils zwei Jahre umfaßt. Bd. 25, 1984erschienen, deckte dann schon vier Jahrgänge( 1977- 1980), der vorliegen-de Doppelband gleich sechs Jahre. Dabei beinhalten diese Bände die sodringend nötige Volkskundliche Bibliographie Griechenlands, die bis zumErscheinen des vorliegenden Bandes bei dem Jahr 1976 stehengeblieben ist.Zwar hat die ,, Laografia“( das Organ der Griechischen VolkskundlichenGesellschaft) in ihren letzten Bänden eine bibliographische Sektion einge-führt, doch kann diese nicht die systematische Bibliographie des Akademie-instituts mit seinem Mitarbeiterstab von an die 190 Redaktoren ersetzen. Andem vorliegenden Band haben sich allerdings nur ganz wenige Mitarbeiterbeteiligt.
Der voluminöse Band startet mit dem ersten Teil einer umfangreichenMonographie der derzeitigen Leiterin des Instituts, Anna Papamichail- Ku-trumba, die bisher vor allem durch ihre Dissertation ,, Birth and plantsymbolism. Symbolic and magical uses of plants in connection with birth inmodern Greece", Athens 1975, hervorgetreten ist, mit dem Titel ,, Das Kreuzin verschiedenen Sektoren des gebräuchlichen Rechts in Griechenland"( S. 3 214). Die Verfasserin hat zur Kreuzform in der Architektur schon eineMonographie vorgelegt( ,, Kunst und Leben. Die Abbildungen auf den Ge-bäuden von Symi. Kreuzform oder kreuzähnliche Formen“. Bd. 1, Athen1980 – 1981, S. 464 auf griechisch), auf die auch immer wieder verwiesenwird. Hier wird der erste Teil der Monographie veröffentlicht; ein zweiterTeil soll die Heiratsverträge umfassen sowie das Schuldrecht u.a. Die auf-wendige Studie( mit tabellarisch aufgelisteten Materialangaben und einerReihe von Verbreitungskarten) folgt jedoch einer wenig übersichtlichenGliederung. Sie wendet sich zuerst der Geschichte der adoptio in fratrem zu( S. 5 ff.), die allerdings ausschließlich mit Michailidis- Nuaros' materialrei-chem Artikel von 1972( bzw. 1956) bestritten wird. Es folgen systematischeAngaben zur Namensform der Verbrüderten bzw. Verschwesterten und ihrenVerwandten( meist ,, stavradelphia“,„, Kreuz- Brüder" genannt), in denen das