Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
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1994, Heft 4

Literatur der Volkskunde

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Regionen. Allen voran Dubrovnik: T. Perić- Polonijo berichtet über oralePoesie in Dubrovnik( S. 121-- 153), wobei die Zwischenstellung dieserRegion zwischen dinarischen Einflüssen des Hinterlandes und den mediter-ran- italienischen Einflüssen, die die dalmatinische Adria- Küste prägen,hervorgehoben wird, gestützt auf das vom Institut im Zeitraum der 50erJahre aufgenommene Material; Z. Dukat handelt über die mündlichen epi-schen Gedichte im Raum Dubrovnik( S. 155–167), die gewöhnlich vonFrauen gesungen werden und daher weniger heroischen als balladeskenCharakter aufweisen; so herrschen thematisch der Topos der ,, denudatiopectorum in den erotischen Gedichten vor, das Motiv der Bestrafung deruntreuen Frau( Schwester) usw.; stilistisch sind Italianismen zu beobachten,dekorative Epitheta, Formeln usw.; L. Čale- Feldman geht auf die ,, Perfor-mativen Aspekte der Folklore in der Region Dubrovnik ein( S. 169 184),wobei das Zur- Schau- Stellen des Erzählten durch Körpersprache zu denbesonderen Kennzeichen der Region zu zählen scheint; neben diesen Ein- Per-sonen- Vorstellungen gibt es komplexere theatralische Bräuche in Alltags- Ritua-len und den Jahreslauf- Zeremoniellen( Hochzeiten und Karnevalsprozessionenzählen zu den komplexesten diesbezüglichen Phänomenen); die Sammlungenrichten ihr Augenmerk meist auf leicht als theatralisch erkennbare Bräuche, sodaß auch diese am besten zu dokumentieren sind.

Mit der Region Banija im Südosten von Zentralkroatien( die 40% Kroatender Region sind heute ausgesiedelt) setzen sich die folgenden Beiträgeauseinander: von A. Muraj über ,, Symbolische Konnotationen von Jahres-laufbräuchen in Banija( S. 185 218), wo aufgrund von Feldforschungs-material aus den Jahren 1953- 1960( hauptsächlich vom herausragendenBrauchforscher Nikola Bonifačić- Rožin eingebracht) vor allem der Karne-val zur Sprache kommt, Endwinter- Bräuche, Ostern und Frühlingsriten, derhl. Georgs- Tag( Jurjevo), Christi Himmelfahrt( Spasovo), Mittsommerwen-de und Johannistag( Ivanje), Čarojiče- Mittwinterverkleidungen( bei denSerben) und Weihnachten, untersucht auf mythisch- magische Dimensionenhin; von Jambrešić über ,, Ethnonymische Analyse in den Banija- Handschrif-tensammlungen des kroatischen Instituts für Folklore und Ethnologie"( S. 219-252) das Material entstammt ebenfalls den 50er und 60er Jahren,es lassen sich drei Ebenen der ethnischen Bezeichnungen für andere Volks-gruppen feststellen: offiziell- ideologische ,,, alternative und Ersatztypen,die etwa in Spitznamen zum Tragen kommen( aus dem Netz dieser Grup-penbezeichnungen resultiert unter anderem auch die Gruppenidentität, mitsolchen Benennungen werden unbewußt Emotionen freigesetzt,[ Vor-] Ur-teile ausgesprochen usw.); über ,, Ökonymie im Dorf Dvor na Una in Banija"berichtet P. Šimunović( S. 253 274, mit drei Übersichtskarten).

Es folgt die Region von Ilok, wo J. Grbić über Volksbräuche und Volks-glauben berichtet( S. 275 295)( Brauch als Identitätsfaktor, besonders bei