1994, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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Regionen. Allen voran Dubrovnik: T. Perić- Polonijo berichtet über oralePoesie in Dubrovnik( S. 121-- 153), wobei die Zwischenstellung dieserRegion zwischen dinarischen Einflüssen des Hinterlandes und den mediter-ran- italienischen Einflüssen, die die dalmatinische Adria- Küste prägen,hervorgehoben wird, gestützt auf das vom Institut im Zeitraum der 50erJahre aufgenommene Material; Z. Dukat handelt über die mündlichen epi-schen Gedichte im Raum Dubrovnik( S. 155–167), die gewöhnlich vonFrauen gesungen werden und daher weniger heroischen als balladeskenCharakter aufweisen; so herrschen thematisch der Topos der ,, denudatiopectorum“ in den erotischen Gedichten vor, das Motiv der Bestrafung deruntreuen Frau( Schwester) usw.; stilistisch sind Italianismen zu beobachten,dekorative Epitheta, Formeln usw.; L. Čale- Feldman geht auf die ,, Perfor-mativen Aspekte der Folklore in der Region Dubrovnik“ ein( S. 169 – 184),wobei das Zur- Schau- Stellen des Erzählten durch Körpersprache zu denbesonderen Kennzeichen der Region zu zählen scheint; neben diesen Ein- Per-sonen- Vorstellungen gibt es komplexere theatralische Bräuche in Alltags- Ritua-len und den Jahreslauf- Zeremoniellen( Hochzeiten und Karnevalsprozessionenzählen zu den komplexesten diesbezüglichen Phänomenen); die Sammlungenrichten ihr Augenmerk meist auf leicht als theatralisch erkennbare Bräuche, sodaß auch diese am besten zu dokumentieren sind.
Mit der Region Banija im Südosten von Zentralkroatien( die 40% Kroatender Region sind heute ausgesiedelt) setzen sich die folgenden Beiträgeauseinander: von A. Muraj über ,, Symbolische Konnotationen von Jahres-laufbräuchen in Banija“( S. 185 – 218), wo aufgrund von Feldforschungs-material aus den Jahren 1953- 1960( hauptsächlich vom herausragendenBrauchforscher Nikola Bonifačić- Rožin eingebracht) vor allem der Karne-val zur Sprache kommt, Endwinter- Bräuche, Ostern und Frühlingsriten, derhl. Georgs- Tag( Jurjevo), Christi Himmelfahrt( Spasovo), Mittsommerwen-de und Johannistag( Ivanje), Čarojiče- Mittwinterverkleidungen( bei denSerben) und Weihnachten, untersucht auf mythisch- magische Dimensionenhin; von Jambrešić über ,, Ethnonymische Analyse in den Banija- Handschrif-tensammlungen des kroatischen Instituts für Folklore und Ethnologie"( S. 219-252) das Material entstammt ebenfalls den 50er und 60er Jahren,es lassen sich drei Ebenen der ethnischen Bezeichnungen für andere Volks-gruppen feststellen: offiziell- ideologische ,,, alternative“ und Ersatztypen,die etwa in Spitznamen zum Tragen kommen( aus dem Netz dieser Grup-penbezeichnungen resultiert unter anderem auch die Gruppenidentität, mitsolchen Benennungen werden unbewußt Emotionen freigesetzt,[ Vor-] Ur-teile ausgesprochen usw.); über ,, Ökonymie im Dorf Dvor na Una in Banija"berichtet P. Šimunović( S. 253 – 274, mit drei Übersichtskarten).
Es folgt die Region von Ilok, wo J. Grbić über Volksbräuche und Volks-glauben berichtet( S. 275 – 295)( Brauch als Identitätsfaktor, besonders bei