1994, Heft 4
Chronik der Volkskunde
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Bericht vom 27. Internationalen Hafnerei- Symposium desArbeitskreises für Keramikforschung in Aschaffenburgvom 4. bis 8. Oktober 1994
Das 27. Treffen des Arbeitskreises für Keramikforschung führte die biszu 80 Teilnehmer aus sieben Ländern( Deutschland, Lettland, Niederlande,Österreich, Rumänien, Schweiz, Spanien) im unterfränkischen Aschaffen-burg zusammen. Mit Unterstützung befreundeter Kollegen( K. Baeumerth,vor allem G. Ermischer, J. G. Grein, M. Marquardt) und der Leiterin derAschaffenburger Museen( I. Jenderko- Sichelschmidt) konnte trotz einigervorangegangener Terminschwierigkeiten ein volles Programm angebotenund erfolgreich durchgeführt werden.
Der Bericht kann meist nur schlagwortartige Hinweise geben. Nachdemdie Herausgabe eines Symposiumsbandes aus den letztlich allgemein be-kannten finanziellen Schwierigkeiten noch nicht gesichert erscheint, ist essinnvoll bei Interesse mit den Autoren/ Innen direkten Kontakt aufzunehmen.
Das Thema des Treffens lautete ,, Verzierte Waren und keramische Dekor-techniken“. Dementsprechend widmeten sich sehr viele Referate diesemBereich. Mit einem stark historisch- technologisch orientierten Beitrag führ-te Uwe Mämpel( Lemwerder;„, Manufaktur oder Industrie- Versuch einerhistorischen Begriffsbestimmung am Beispiel keramischer Dekortechni-ken"), Detailfragen souverän ausklammernd, in das Generalthema ein, wo-bei er vor allem auf die häufig zu punktuell und unpräzise gebrauchteVerwendung dieser Termini einging. Die folgenden Beiträge brachten zahl-reiche Beispiele für die traditionellen Dekortechniken aus den Regionen:,, Techniken der Oberflächengestaltung von volkstümlichen Keramikge-fäßen innerhalb und außerhalb des Karpatenbogens"( Horst Klusch, Her-mannstadt); ,, Malhorn- und Punziertechniken einer hessischen Töpfereizwischen 1950 und 1970“( Karl Baeumerth, Neu- Anspach); ,, Kleinigkeiten,die den Alltag verschönern: Dekortechniken an spanischer Irdenware"( IlseSchütz, Agost/ Alicante); ,, Dekor auf Braungeschirr“( Rudolf Weinhold,Dresden); ,, Die unterschiedlichen Malhorndekore der Preetzer Keramik des18. Jahrhunderts"( Heike Heintzen, Preetz);„ Die Pfeifenköpfe von derFestung Kniepaẞ; Malhornware aus dem unteren Saalachtal"( Helmut Adler,Lofer) ,,, Ein Werkstattfund mit Malhornware des 17. Jahrhunderts ausSömmerda“( Ulrich Lappe, Weimar); ,, Die Ikonographie der Werraware derRenaissance"( H.-G. Stephan, Göttingen).
Aus diesem Themenkreis hoben sich einige Vorträge mit zeitlich undteilweise materialbezogen abweichenden, daher in diesem Kreis noch unge-wohnten Zielrichtungen deutlich ab: ,, Theodor Keerl( 1862- 1939): Edel-glasuren, bayerische Kunstkeramik um 1920)"( Gertrud Benker, München);,, Beitrag zur Sächsischen Porzellanmanufaktur Potschappel( Freithal)"