1994, Heft 3
Literatur der Volkskunde
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exegese der präsentatorischen Umsetzungen- nach den einführenden Klä-rungen transportieren sie bestenfalls überflüssige Redundanz- möge imübrigen die Lektüre nicht trüben.
Anmerkung
Bernhard Tschofen
1 Zu sehen bis 1. November 1994. Zur Ausstellung vgl. auch: Die Zeit( Hamburg),22. Juli 1994.
Joachim MORODER, Benno PETER, Hotelarchitektur. Bauten und Pro-jekte für den Tourismus im alpinen Raum 1920-1940. Innsbruck, Haymon-Verlag 1993, 255 Seiten, zahlr. s/ w- u. Farbabb., Pläne.
Die Erschließung der Alpen für den Massentourismus und die damitverbundenen ökonomischen und soziokulturellen Umwälzungen sind Ge-genstand zahlreicher kulturwissenschaftlicher Untersuchungen. Der vor-liegende Band widmet sich einer besonderen Ausprägung des Tourismus imalpinen Raum, der Hotelarchitektur.
War der Alpentourismus im 19. Jahrhundert noch das Privileg des begü-terten Bildungsbürgertums, läßt sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts seineVerschiebung zum breitenwirksamen Erholungs- und Sporttourismus beob-achten. Neue Zentren wurden erschlossen, bestehende erweitert; in diesemZusammenhang erhielt die Bauaufgabe des Hotels eine zentrale Bedeutung.
Das vorliegende Buch gliedert sich in zwei Teile. Im ersten versuchen diebeiden Autoren, der Architekt Joachim Moroder und der KunsthistorikerBenno Peter, einen kurzen Abriß über die Entwicklung des Tourismus undder modernen Architektur. Sie konstatieren das Entstehen einer spezifischenAlpentourismusarchitektur seit den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts. Jenewar jedoch überwiegend noch nach urbanen Gesichtspunkten konzipiert;erst allmählich ist ein Sich- Lösen von den bestehenden Siedlungen und dieZuwendung zur Natur festzustellen. Waren diese Gebäude noch dem Histo-rismus verpflichtet, wurde die Tourismusarchitektur unter dem Einfluß der1905 gegründeten Heimatschutzbewegung um Stilmotive regionaler Bau-ernhäuser ergänzt. Seitdem beherrschte der heimattümelnde ,, Lederhosen-stil"( S. 7) die Architekturlandschaft der Alpen. Im Zuge des Tourismus-booms der 20er Jahre entwickelte sich aber parallel dazu eine alpine Hotel-baukultur, die von der internationalen Moderne inspiriert war.
Dieser Parforceritt durch die Geschichte der modernen Architektur wirktjedoch bisweilen etwas oberflächlich. Darüber hinaus haben sich sprachli-