Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
Seite
314
Einzelbild herunterladen
 

314

Literatur der Volkskunde

ÖZV XLVIII/ 97

Anmerkungen

1 Vgl. Erich Landsteiner, Europas innere Grenzen. Reflexionen zu Jenö Szücs',, Skizze der regionalen Dreigliederung Europas. In: Österreichische Zeitschriftfür Geschichtswissenschaft, 4. Jg., 1993, S. 8 43.

2 Mit einem derartigen Raster sollte vergleichsweise auch die österreichischeVolkskunde untersucht werden; zum Modell siehe auch Eva Kovács,, Volkstümli-che" und ,, Urbanisten". Zur Renaissance einer politischen Kontroverse. In: Österrei-chische Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 5. Jg., 1994, S. 262- 286.

3 Vgl. die ganze Nummer der Ethnologia Fennica, vol. 21, 1993.

4 Stilperioden der ungarischen Volkskunst. Über einige Möglichkeiten des Ver-gleichs der Volkskunst in Ungarn und Österreich. In: Österreichische Zeitschriftfür Volkskunde, XXIX, 78, 1975, S. 325- 338.

Feuer& Flamme- 200 Jahre Ruhrgebiet. Eine Ausstellung im Gasome-ter Oberhausen( Veranst.: Internationale Bauausstellung Emscher- Park,Gelsenkirchen). Essen, Klartext Verlag, 1994, 336 Seiten, zahlr. Farb- undS/ W- Abb.

Das Ruhrgebiet zählt nicht eben zu den als geschichtsträchtig bekanntenRegionen Europas. Wenn es im Rahmen seiner der Emscher- Region gewid-meten Internationalen Bauausstellung dennoch zu einem historischen Rück-blick antritt, dann möchte man sich Besonderes erwarten. Nicht zu Unrecht,wie die im Gasometer Oberhausen gezeigte Ausstellung über 200 JahreRuhrgebiet eindrucksvoll bestätigt. Diese zu besprechen- empfohlen sei sieallemal¹ ist hier nicht der Platz, deshalb soll die Aufmerksamkeit dem dieAusstellung begleitenden Buch gewidmet sein. Man vermag mit seinerHilfe, auch ohne die Schau in Europas größtem Gasometer besucht zuhaben, einen Einblick in die dort geübten Zugangsweisen zur Ruhrgebiets-Kultur zu gewinnen. Aber auch für sich genommen stellt der mit einemKatalogteil versehene Band eine faszinierende Art, mit regionaler Geschich-te umzugehen, vor.

=

Dies gleich vorab: Die Qualitäten der einzelnen Beiträge verdanken sichnicht zuletzt einer Prämisse, die zwar die Geschichte als solche nicht fürabgeschlossen halten will, aber zumindest einen distanzierten Blick auf dasrichtet, wofür das Revier gemeinhin steht- die große Industrie mit ihrerArbeiterkultur. Diese Perspektive macht nicht nur die Ausstellung frei vonseligmachender Vergangenheitsbeschwörung, sondern verleiht auch demGeschriebenen jene diskursive Berichthaftigkeit, die, ohne der Bestätigungeines einmal erreichten status quo zuzuarbeiten, auch mit sich gerade erstabzeichnenden Wandlungen in der Alltagskultur verfahren kann. Der Blick-