Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV XLVIII/ 97

Anmerkungen

1 Tschofen, Bernhard: Alte Sammlungen- Neue Konzepte. Schausammlung zurhistorischen Volkskultur im Österreichischen Museum für Volkskunde. In: Öster-reichische Zeitschrift für Volkskunde, NS Bd. XLVII, GS Bd. 96, 1993, S. 497-501.

2 Der Falter, Nr. 4, 28.1.- 3.3.1994; Der Standard, 28.1.1994; Profil, Nr. 5,31.1.1994.

3 Volkskunde in Österreich, 29. Jg., 1994, F. 2: ,, Durch das starke Medienecho aufdie Ausstellung rückt das Fach Volkskunde in Österreich nunmehr auch in einerbreiteren Öffentlichkeit in den Blickpunkt als das, was es auf wissenschaftlicherEbene längst ist, eine dynamische Kulturwissenschaft, die auch die Dynamikihres Forschungsgegenstandes, der populären Kultur, erkennt und analysiert.4 In der Nähe des Angedeuteten( bzw. von dem Ethnologen Hans Peter Duerrdorthin plaziert) setzt die Wirksamkeit der Political Correctness" in ihrerverbalen Dimension ein( vgl. das Interview mit H. P. Duerr in: Der Spiegel,Nr. 28, 11.7.1994, S. 162).

5 Vgl. Jiri Koralka, Aufstieg moderner Nationalgesellschaften in Österreich. In:Peter Berner u.a.( Hg.): Wien um 1900. Wien 1986, S. 164- 175.

Marc AUGÉ, Orte und Nicht- Orte. Vorüberlegungen zu einer Ethnologieder Einsamkeit. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag, 1994, 141 Seiten.

Auf ein aktuelles Dilemma der Ethnologie reagiert Marc Augés 1992zuerst in Paris unter dem vielleicht präziseren Titel ,, Non- Lieux. Introducti-on à une anthropologie de la surmodernité" erschienene Buch. Und indiesem Dilemma liegt auch die Brisanz seines Entwurfes für eine sich alsEthnologia Europaea verstehende Volkskunde: Wie kann man den anthro-pologischen Wissenschaften die Moderne als Gegenstand erhalten, ange-sichts eines sich tiefgreifend verändernden Verhältnisses des Subjekts zurKultur? Oder umgekehrt: Wie läßt sich eine zusehends, übermoderne' Zügeannehmende Gegenwart anthropologisch fassen und verstehen, ohne das anihr Relevante aus den Augen zu verlieren? Augé treibt nicht nur Neugier, ersieht durchaus eine Notwendigkeit, sich dieses neue Forschungsfeld zuerschließen; und er versteht es, diese Notwendigkeit plausibel darzulegen( wenn auch vielleicht mit ihm ein Angehöriger eines hochmobilen univer-sitären Submilieus spricht, das an den beschriebenen( künftigen) Lebens-welten möglicherweise bereits weit mehr Anteil nimmt, als sie sich für dasGros bis jetzt auch nur abzuzeichnen beginnen).

Schlüsselbegriff für Augés Argumentation die mit der Kritik einerAnthropologie des Hier und Jetzt(, Das Nahe und das Ferne') ansetzt undüber eine Bestimmung des, anthropologischen Ortes' zu einer beschreiben-