Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
Seite
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1994, Heft 2

Literatur der Volkskunde

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Was der Katalog nicht leisten konnte, aber durch Zitate zumindest an-spricht, ist wissenschaftlich noch nachzutragen: Eine Geschichte der ,, Zi-geunerforschung Glossar ::: zum Glossareintrag geunerforschung" in Ungarn in Zusammenhang mit der Entstehung von Volks-kunde. An prominenter Stelle sind dabei Erzherzog Josef( s. S. 21) und Anton( Antal) Herrmann( s. S. 345) zu nennen. Beide waren ab 1887 für die Ethnolo-gischen Mitteilungen aus Ungarn( ab dem 3. Band zugleich Organ für allge-meine Zigeunerkunde Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeunerkunde) als Herausgeber bzw. Protektor verantwortlich.

Reinhard Johler

Robert HOFFMANN, Erich URBANEK( Hg.), Golling. Geschichte einerSalzburger Marktgemeinde. Golling, Eigenverlag der Marktgemeinde 1991,731 Seiten, zahlreiche Abb.

Ortschroniken ,,, Heimatbücher oder wie die Aufarbeitung von natur-räumlichen Gegebenheiten und historisch- kultureller Entwicklung einesDorfes, einer Gemeinde sonst noch heißen mögen, sind allemal brauchbareQuellen für die Volkskunde. Selten jedoch findet man unter ihnen jeneBeispiele, die mehr sind als zwar bemühte, insgesamt aber doch rechtdilettantische Abschreibübungen, Auflistungen von bedeutsamen ,, Ereig-nissen, Aneinanderreihung von Jahreszahlen( wobei allerdings die Zeitzwischen 1938 und 1945 gerne ausgespart bleibt). Die ,, Geschichte Gol-lings" zählt jedenfalls zu den hervorzuhebenden und auch wissenschaftli-chen Ansprüchen genügenden Vorbildern. Die Zusammenarbeit zwischeneinem dem Ort verbundenen und an der Salzburger Universität wirkendenHistoriker und dem Kustos des Gollinger Heimatmuseums, die als Heraus-geber fungieren, und die Heranziehung von gut 30 MitarbeiterInnen mitentsprechenden Kenntnissen haben zu einem umfassenden Sammelbandgeführt, gegliedert nach: Natur und Landschaft- Von der Urgeschichte zurGegenwart Befestigungen und kriegerische Ereignisse- Kunst, Kulturund Religion- Vergangenes Leben in Markt und LandgemeindenWirt-schaft und Verkehr- Staatliche Institutionen- Vereine. Eine Ortsbibliogra-phie rundet das über 700seitige Buch ab, welches im Abschnitt über ,, Ver-gangenes Leben..." volkskundlich- kulturwissenschaftliches Interesse nichtnur weckt, sondern auch befriedigt. Barbara Waß, deren ,, biographische"Bände aus Michael Mitterauers Reihe ,, Damit es nicht verloren gehtbekannt sind, gibt, fußend auf lebensgeschichtlichen Erzählungen von Gol-lingerInnen, ein anschauliches Bild vergangenen Bauernlebens, Kurt Con-rad analysiert in ,, Häuser und Höfe das, Bewegungsfeld der GollingerHauslandschaft zwischen das nördliche ,, flache" Land prägenden Ein- undfür das ,, Gebirge typischen Zwiehöfen. Im historische wie technische

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