Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV XLVIII/ 97

Ausbruchsversuche, andere durch die Entdeckung ihrer literarischen Aderzu entfliehen versuchen. Und es stellt sich heraus, daß der Besitz desSobota- Buches Der Minus Mann in genau der Schule für die Einleitungeines Diszlipinarverfahrens reichte, die dieser selbst einmal besucht hatte.Wem Ausdrücke der Wiener Ganovensprache bisher fremd waren, derbedient sich des Glossars im Anhang des Buches. Dort findet man in derChronik von den Banden über die Platten zur Organisation nochmals dieHighlights der Wiener Unterwelt zusammengefaßt. Einziger Wermutstrop-fen im flüssigen Schreibstil sind die zahlreichen Lektoratsfehler, die dasInteresse des Lesers aber nicht schmälern sollten.

Nora Czapka

Otto WIMMER, Kennzeichen und Attribute der Heiligen. Bearbeitet undmit Bildern ergänzt von Barbara Knoflach- Zingerle, Innsbruck Wien,Tyrolia 1993, 307 Seiten mit 244 Fotos und zahlreichen Strichzeichnungen.

Seit 1956, als sein ,, Handbuch der Namen und Heiligen( heute als,, Lexikon der Namen und Heiligen in 6. Auflage) erschien, ist ,, der Wim-mer ein Klassiker geworden. Um dieses umfangreiche Handbuch zu entla-sten, gliederte Otto Wimmer 1963 660 der über 1200 Heiligen aus und faẞtesie in einem zweiten Handbuch zusammen, das zunächst unter dem Titel,, Die Attribute der Heiligen" veröffentlicht wurde. Bis in die 80er Jahreerlebte dieses Nachschlagewerk insgesamt acht Auflagen( die späterenAuflagen unter dem Titel ,, Kennzeichen und Attribute der Heiligen"), ehesich der Tyrolia- Verlag entschloß, das in die Jahre gekommene Handbuchüberarbeiten zu lassen.

In der ehemaligen Leiterin des Grazer Diözesanmuseums, BarbaraKnoflach- Zingerle, fand man eine kompetente Fachfrau, die sich dieserAufgabe annahm. Zunächst war überhaupt nur eine Erweiterung mit Abbil-dungen geplant, doch ergab eine genaue Sichtung rasch die Notwendigkeiteiner durchgreifenden Überarbeitung. Knoflach- Zingerle war dabei um eineVerbesserung der Benützerfreundlichkeit bemüht, was ihr zum größten Teilauch gelungen ist. Die generelle Gliederung in Wimmers Handbuch inAttribute und Heiligenlexikon wurde zwar beibehalten, jedoch wurde dieGewichtung völlig verändert. Wimmers Konzept sah ursprünglich ein um-fangreiches Lexikon der Attribute vor, das ausführlichere Erläuterungenüber deren Träger einschloß; im zweiten Teil hingegen waren die Heiligenmehr oder minder in Registerform aufgelistet. Die Neuausgabe sieht nuneine Umgestaltung in der Weise vor, daß das Verzeichnis der Attribute vonDetails entlastet und auf die wesentlichen Angaben reduziert wurde; das