1994, Heft 2
Chronik der Volkskunde
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,,... sie erklären und erklären und zeigen und zeigenund reden und reden."
BesucherInnenbetreuung am Österreichischen Museumfür Volkskunde
Von Oktober 1993 bis Jänner 1994 war am Österreichischen Museum fürVolkskunde die Sonderausstellung STROH- INTARSIA( deren Inhalt imHeft 3/1993 der ÖZV beschrieben wurde) zu sehen. Begleitet war die Schauvon dem museumspädagogischen Projekt STROHANDWERK, das Schü-lerInnen von der Vorschulklasse bis zur 6. Schulstufe in der Ausstellungbetreute. Das Vermittlungsangebot war als Pilotprojekt für die weitereArbeit mit BesucherInnen in der neuen Schausammlung des Österreichi-schen Museums für Volkskunde gedacht.
Organisiert und durchgeführt wurde das Projekt von Sanna Harringer undBärbl Mayer. Da ab einer gewissen Klassengröße eine intensive Betreuungder Schulklassen nicht mehr möglich ist, wurde unser Team in der prakti-schen Phase durch die Kollegin Ulrike Vitovec erweitert. In finanziellerHinsicht konnte das Projekt zu einem Großteil vom Österreichischen Mu-seum für Volkskunde getragen werden, die restliche Finanzierung übernahmdas Projekt Kulturvermittlung. Veranstaltungen im Rahmen der außerschu-lischen Kinderbetreuung( Familiensonntag, Ferienspiel usw.) wurden vonder Magistratsabteilung 13 unterstützt.
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Bei dem museumspädagogischen Konzept zur Ausstellung STROH- IN-TARSIA handelte es sich um die fast schon ,, klassische" Form der Betreu-ung von Schulklassen, die sich kurz dargestellt- durch die Arbeit inKleingruppen, Setzung von thematischen Schwerpunkten und Schaffungvon altersgemäßen Zugängen zur Thematik der Ausstellung definiert. In unse-rem konkreten Fall bedeutete dies zunächst einmal, einen Einstieg zu schaffen,der nicht nur den ästhetischen Aspekt der Objekte( die Ausstellung war nichtfür ein volkskundliches Museum konzipiert), sondern auch den kulturwissen-schaftlichen erschloß. Programmschwerpunkte in der Ausstellung waren dieThemenkomplexe Geschenkkultur( das Projekt fand in der Vor- und Nachweih-nachtszeit statt), Stroh als Material und die Produzenten der Exponate.
Durch die unterschiedliche Aufbereitung der einzelnen Themenschwer-punkte gelang es, Abwechslung in die Art des ,, Ausstellungsbetrachtens" zubringen. Bei der Auseinandersetzung mit einzelnen Objekten in der Ausstel-lung war es uns vor allem wichtig, auf Vorlieben der SchülerInnen zureagieren und selbstgewählte Ausstellungsstücke in den Mittelpunkt derBetrachtung zu rücken.
Hier scheint ein kurzer Exkurs zu den Reaktionen und Erwartungshaltun-gen der jungen BesucherInnen auf die ausgestellten Exponate angebracht.