Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
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Hausierhandel

Nicht anders als der Transport imlandwirtschaftlichen Bereich erfolgte derVertrieb gewerblicher Produkte lange zuFuẞ. Hausierer, die sich oft aus Not für denWanderhandel und die mitunter drücken-de Abhängigkeit von Produzenten undVerlegern entschieden haben, brachten dieWaren auf ihrem Rücken in die Häuser.Angehörigen der jüdischen Minderheit,denen die Ausübung eines Gewerbes nochim Biedermeier untersagt blieb, erging esnicht besser.

Neuigkeiten aus Stadt und Land fan-den so neben Haushaltsartikeln, Textilienund populärer Kleinkunst ihre Abnehmer.Daẞ gerade die Hausierhändler selbst zuden bevorzugten Genres der hausindu-striellen Bildschnitzer gehörten, hängt mitihrer gemeinsamen Herkunft aus ärmlichenRandregionen zusammen, in denen manauf ein Nebengewerbe angewiesen war.

Transport von Gütern

Im vorindustriellen Wirtschafts-system, in dem Distanzen in Wegstundenund Tagen gemessen wurden, bildete frei-willige Mobilität die Ausnahme. Sie war aufwichtige Landverbindungen und Wasser-wege angewiesen und blieb einem ver-gleichsweise kleinen Bevölkerungsanteilvorbehalten. Viele Waren wurden nur fürden Verbrauch am Ort selbst oder für klein-regionale Märkte gewonnen.

Aus der Rolle der Pferde für Verkehrund Transport- selbst Schiffe wurdenflußaufwärts gezogen- erklärt sich dieBedeutung der Fuhrhalter und von Hand-werken wie Hufschmied, Wagner oderSattler. Die Eisenbahn veränderte auchderen Stellung im Gesellschaftsleben undbrachte Konkurrenz selbst in die letztenBastionen der Selbstversorgung.

Flaschenhändlerhausindustrielles Erzeugnis

Grödnertal, Südtirol, Mitte 19. Jahrhundert

VogelhändlerTirol, nach 1800

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