Vormoderner Transport
Landwirtschaftliche Arbeit bestand zueinem guten Teil aus Transportarbeiten. Von der Saatbis zur Ernte, vom Almauftrieb bis zum Heimbringender Molke waren Dinge mit den unterschiedlichstenAnforderungen an Mensch und Material von einemOrt an den anderen zu schaffen. Dabei schuf sich dievormoderne Agrarwirtschaft ein komplexes Repertoirean Techniken und Werkzeugen, die allesamt dasselbeZiel verfolgten: den möglichst kraftschonenden Ein-satz der stets nur begrenzt zur Verfügung stehendenRessourcen.
Die Kraft kam einerseits vom Menschenselbst und andererseits vom Tier, von Rindern, Pfer-den und Ochsen. Manche Transporttechnik und hilf-reiche Erfindungen haben sich über Jahrhunderte nichtgrundlegend verändert, sondern lediglich verfeinertund an die jeweiligen Bedürfnisse angepaẞt. WichtigeImpulse gingen dabei- besonders was die Anspan-nung der Pferde anlangt- von den mittelalterlichenKlöstern aus.
Weil stets Masse im Spiel war, natürlichesGefälle genützt werden mußte und Tiere oft unbere-chenbar waren, zählte Transportarbeit zu den gefähr-lichsten Tätigkeiten des Arbeitsjahres. Daran hat auchdie im 19. Jahrhundert einsetzende Mechanisierungder Landwirtschaft wenig geändert.
,, Holzzieher"
Johann Georg Kieninger
Hallstatt, Oberösterreich, um 1890
Mensch und Wirtschaft