Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
Seite
52
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Mensch und Wirtschaft

Landwirtschaft

Melkszene

Die Volkskultur der vorindustriellen Zeit warvorwiegend agrarisch geprägt. Der Landwirtschaft galtdaher von Anfang an ein spezielles Interesse der Volks-kunde. Sie wandte sich allerdings weniger historischen,sozialen und ökonomischen Fragestellungen zu, son-dern sie suchte die traditionsgebundene Lebens- undWirtschaftsweise des Bauerntums zu erfassen.

Trotz- oder gerade wegen- der fortschrei-tenden Mechanisierung und des Rückganges desbäuerlichen Bevölkerungs- anteiles schenkte man denalten Landwirtschaftsgeräten gesteigerte Aufmerk-samkeit. Sie wurden zu einem Symbol für die ideolo-gisch überhöhte Arbeit des Bauern.

Erst eine neuere Betrachtungsweise lerntedie Geräte als Teil eines bestimmten Wirtschafts-systems zu sehen und in der Veränderung des Geräte-bestandes den strukturellen Wandel zu erkennen. Sosteht der hölzerne Beetpflug für die mittelalterlicheAgrarrevolution mit der Einführung der Dreifelderwirt-schaft und die Getreideputzmühle für die Neuerun-gen der Landwirtschaftsreformen des 18. Jahrhunderts.

Josef Lechner, Buchberg b. Bischofshofen,Salzburg, Anfang 20. Jahrhundert