Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
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Stühle

Mit dem Aufkommen des Tischler-handwerks in der Renaissance trat derPfostenstuhl mit Lehne neben den älterenSessel. Im ländlichen Raum haben jedochdie vierbeinigen Brettstühle mit Lehne denalten dreibeinigen lehnenlosen Schemelnicht vor dem 18. Jahrhundert abgelöst.Auch dann vermochte der Sessel weder diebewegliche( Fürbank") noch die wandfeste

Bank aus der Stube zu verdrängen.

Vorlagen für Stuhllehnen- Doppel-adler, Fratzengesichter, Blattwerk, Ro-caillen wurden im 17. Jahrhundert ausden Städten übernommen und von denDorftischlern unzählige Male wiederholtund zur Formel abgeschliffen. Ähnlich verbauerte" Formen zeigen im 19. Jahr-hundert die ovalen, aus klassizistischenKranzmotiven abgeleiteten Lehnenformender Brettstühle des Tiroler Ötztales.

Brettstuhl

Schnalstal, Südtirol, 18. Jahrhundert

BrettstuhlÖtztal, Tirol, um 1800

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