Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
Seite
44
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Wohnkultur

z.B. Truhen, Schränke, Stühleaus Tirol und Vorarlberg

Tischler an der HobelbankOberbayern, Ende 18. Jahrhundert

Mensch und Umwelt

Möbel nehmen in der Ausgestaltung vonWohn- und Wirtschaftsräumen eine vorrangige Stel-lung ein. Die Auswahl von Behälter- und Verwahr-möbeln"( Truhen und Schränke) und von Stützmöbeln"( Stühle) aus Westösterreich( Tirol und Vorarlberg) in derals, Studiensammlung' angelegten Raumeinheit verstehtsich exemplarisch: als regional und sozial differenzie-rendes Kapitel der Kulturgeschichte von Typen, Formenund Motiven.

Hersteller dieser Möbel waren gewöhnlichLandmeister: Zimmerleute, Drechsler, Stellmacher undbesonders Schreiner oder Tischler. Mit dem Aufblühender Städte und ihrer Zünfte gelangten Vorbilder städti-scher Lebensform aufs Land. Damit setzte eine Entwick-lung ein, die im Bereich des landstädtischen und dörfli-chen Haus- und Wohnwesens im 17. und 18. Jahrhun-dert die Ausbildung einer ausgeprägten Standeskulturbewirkte. Sie wurde seit der Mitte des 19. Jahrhundertsallmählich von neuen Lebensformen und Kulturstilendes Industriezeitalters abgelöst.

Das volkskundliche Interesse gilt der kultu-rellen Bedeutung" von Möbeln als zweckgebundeneGebrauchsgegenstände( Herstellung, Form und Funk-tion) und als Indikatoren kollektiver Haltungen.