Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
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Kochgeräte

Zwischen Feuerstätte, Kochgerätund Speisenzubereitung besteht ein struk-tureller Zusammenhang. Zu unterscheidenist das Kochen auf offenem Feuer und dasKochen im Ofen. Kesselhale und Kesselbestimmten das Kochen auf der erdnahenHerdstätte. Auf ihr wurden vorwiegendEintopfgerichte zubereitet. Für die tisch-hohe Herdstelle sind der Feuerbock, derDreifuß mit Pfannenhalter, besonders aberder schwenkbare Galgen mit dem großenkupfernen Kessel kennzeichnend. Als wich-tigstes Kochgeschirr diente die Pfanne, inder man die verschiedenen Teigspeisenzubereitete.

Für das Kochen im Ofen, das imSüdosten Österreichs verbreitet war, ver-wendete man irdene Dreifuẞreinen oderHäfen, die mit Hilfe von Ofengabeln oderOfenwagen in den Heißraum eingeführtwurden. Der davon zu unterscheidendeBackofen befand sich vielfach außerhalbdes Hauses.

DreifuẞkesselGlockenspeise,

Bozen, Südtirol, 18. Jahrhundert

z.B. Die Rauchstube

Innerhalb der österreichischen Haus-landschaften nehmen die Rauchstuben-häuser" eine besondere Stellung ein. Die-ser Haustyp mit seinem großen, zentralenVielzweckraum zog wegen seines archai-schen Charakters bereits sehr früh die Auf-merksamkeit der Forschung auf sich. DieRauchstube bildet einen Ausbautyp desspäten Mittelalters, der sich im ostalpinenKernraum bis in unser Jahrhundert erhal-ten hat.

Charakterisiert wird die Rauchstubedurch eine Doppelfeuerstätte, die aus ei-nem Vorderladerofen und einem Herdgebildet wird. Betrieb und Beheizung die-ser Feuerstätte prägten den Raum, der zu-gleich zum Kochen, Arbeiten, Wohnen,Schlafen und als Aufenthaltsraum für dasKleinvieh diente.

Dreifußpfanne

Irdenware, Haslach, Oberösterreich,19. Jahrhundert

,, Rauchstube"

Modell, nach einem Original in Ambergb. Fresach, Kärnten, dat. 1932

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