Mensch und Umwelt
Ofengabel
Niederösterreich, 19. Jahrhundert
Feuer, Herd und Ofen
Neben der Herstellung von Werkzeugen warder Gebrauch des Feuers der wichtigste Schritt in derkulturellen Entwicklung. Das Feuer ermöglichte demMenschen sich zu wärmen, zu kochen, sich zu schüt-zen und es bildete die Voraussetzung zur Ausübungverschiedener handwerklicher Techniken. Daher wardas Feuer in vielen Kulturen geheiligt und die Feuer-stätte ein kultischer Ort.
Um das Feuer im geschlossenen Raum zunützen, bedurfte es entsprechender Vorrichtungen.Durch die Anhebung der Kochstelle auf Tischhöhe( Herd) sowie durch die Ummantelung des Feuers( Ofen)erfolgte bereits im Mittelalter eine wesentliche Ver-besserung beim Kochen und bei der Wärmeversorgung.
Die Entwicklung verschiedener Feuerstät-ten nahm aber auch entscheidenden Einfluß auf dasRaumgefüge des Hauses. Durch den Einbau einesrauchfreien Raumes( Stube) kam die Herdstelle in demverbleibenden Raum( Vorhaus) zu liegen. Aus ihmentstand durch eine neuerliche Raumtrennung dieKüche. Andernfalls konnte der separate Kochraum( Rauchküche) an den Wohnraum angefügt und unterein gemeinsames Dach gestellt werden. Für die Aus-gestaltung des Hauses war dabei stets die Lösung desRauchabzuges von besonderer Bedeutung.