Jahrgang 
97 (1994) / N.S. 48
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nicht unbedingt mit den zahlreichen lokalen und regio-nalen um Volkskultur bemühten Museen decken, liegtschon allein in der großstädtischen Situation begründet.Das Österreichische Museum für Volkskun-de kann und will kein Heimatmuseum sein, keine wieauch immer für die Stiftung von Identitäten zuständigeGeschichtsanstalt nicht nur weil sich aus dem Ange-bot am Ende ein Bedarf entwickeln könnte. Dem ände-rungstempobedingten Vertrautheitsschwund"- um eintrotz aller Einwände noch immer aktuelles SchlagwortHermann Lübbes zu gebrauchen- mit gemütlichenNahwelt- Verzauberungen zu begegnen, ist Sache diesesMuseums nicht. Die Ansprüche zielen vielmehr darauf,in der Auseinandersetzung mit Dingen etwas von denVerflechtungen des Daseins mit der materiellen Kultursichtbar zu machen, und diese Verflechtungen dabeinicht einfacher erscheinen zu lassen, als sie sichtatsächlich darstellen.

Die Bestände freilich sind unter ganz ande-ren Prämissen zusammengetragen worden, als sie heutegelten würden. Das Interesse für die populäre Überliefe-rung hatte gerade erst begonnen, wissenschaftlicheKonturen zu gewinnen, als die junge Disziplin derVolkskunde sich im Wien des späten 19. Jahrhundertsmit Verein und Museum einen institutionellen Rahmenschuf. Österreichisches Museum, das hieß damals- inden Jahrzehnten nach dem Ausgleich mit Ungarn- einMuseum zu sein, für alle unter der österreichischenKrone vereinten Länder: von Böhmen und Mähren imNorden, der Bukowina und Galizien im Osten, überSiebenbürgen und Bosnien im Süden bis nach Tirolund Vorarlberg im Westen. Die letzten Jahrzehnte derDonaumonarchie haben diesem Museum den Stempelaufgedrückt, und der Geist dieser Zeit hat sich in seinenSammlungen wie sonst kaum wo niedergelassen.

Schon Rudolf von Eitelberger, der Gründerdes Österreichischen Museums für Kunst und Industrie( 1864, später Museum für angewandte Kunst) und an

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