Zum Geleit
Nach etwa zehnjährigen Erneuerungsarbei-ten eröffnet das Österreichische Museum für Volkskundezu Beginn des Jahres 1994 seine neue ständige Schau-sammlung. Mit der Wiederaufnahme dieser auch nachaußen hin regelmäßigen Museumstätigkeit wird zugleichein merkbares Zeichen gesetzt aus Anlaß des hundert-jährigen Bestandsjubiläums des Vereins und des Öster-reichischen Museums für Volkskunde in Wien.
Das Wiener Volkskundemuseum wurde1895 durch die beiden Ethnographen am Natur-historischen Museum in Wien, Michael Haberlandt( 1860-1940) und Wilhelm Hein( 1861-1903) gegründet.Träger des neuen Museumsgedankens war der gleichfallsvon den beiden Forschern 1894 gegründete Verein fürVolkskunde in Wien. Nach den frühen Jahren der Samm-lung fand das Museum 1898 seine erste Unterkunft imgroßen Saal der Wiener Börse an der Ringstraße, wo esin gedrängter Fülle bis 1917 verblieb. Gegen Ende desErsten Weltkrieges erfolgte die Übersiedlung des Muse-ums in das seinerzeit bereits zum Abbruch freigegebene,dann aber von der Stadt Wien für Museumszwecke zurVerfügung gestellte Josefstädter Gartenpalais Schönbornin der Laudongasse. Der repräsentative barocke Mittel-teil der Straßenfront und Parkseite des einst adeligenSommerpalais, nach Plänen von Johann LukasHildebrandt 1706-1711 errichtet, gibt dem Museum bisheute sein Gepräge.
Die Sammlungen waren entsprechend derGründungsidee des Museums für das Gesamtgebiet dercisleithanischen Reichshälfte der österreichisch- ungari-schen Monarchie gedacht. Mit Ausnahme der unter derungarischen Königskrone vereinten Landesteile derDoppelmonarchie wurden somit sämtliche Sprachnatio-nen dieses gewaltigen Gebietes gleichmäßig bedacht.Ausgedehnte Sammelfahrten und Erwerbungen mit Hilfe
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