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Literatur der Volkskunde
ÖZV XLIX/ 98
dargestellt und von Cene Auguštin anschließend auch mit 32 Abbildungendekorative Bauelemente, namentlich Tore und Türen, Fenster mit derentypischer Chambranumrahmung sowie Arkaden- und Laubengänge undWandmalerei, behandelt. Gerade an ihnen wird deutlich, wie sehr in denalpinen Durchzugtälern des großen und alten innereuropäischen Verkehrsauch an der oberen Save gestalterische Einflüsse von außen, etwa durch diebekannten Steinbauleute der benachbarten Carnia und Friauls, das Hauswe-sen bestimmten und wie stark dennoch diese zusammen mit den autochtho-nen Wirkkräften eine völlig eigenständige und unverwechselbare Hausland-schaft haben entstehen lassen, deren Verwandtschaft mit den Nachbarräu-men( Kanaltal, Gailtal) niemand wird übersehen können. Die hier gebotene,in Wort und Bild durchaus gediegene Übersicht wird man nicht nur alstemporären Katalog einer Ausstellung werten, sondern als eine bleibendeund nützliche Einführung und Materialdarbietung schätzen. Man würde sichnur wünschen, daß die zahlreichen Abbildungen( Fotos sowie Textfiguren)zur leichteren Erfassung durchgezählt und vielleicht auch mit einem Orts-register versehen würden.
Oskar Moser
Anmerkung
1 Vgl. etwa Cevc, Tone, Zur Rekonstruktion eines Bauernhauses aus dem Jahre1506 in Srednji vrh bei Gozd Martuljek. In: Hänsel, V., M. Kundegraber, O.Moser( Hg.), Tradition und Entfaltung. Volkskundliche Studien. In memoriamHanns Koren. Trautenfels 1986, S. 93 – 102.
REY, Séverine( Ed.), Who's who in der Schweizer Ethnologie/ de l'ethno-logie suisse. Bern, Schweizerische Ethnologische Gesellschaft, 1995, 290Seiten.
Bereits 1976 hat die Schweizerische Ethnologische Gesellschaft( SEG)den Versuch gemacht, die zwar kleine, aber untereinander relativ wenig inKontakt stehende Ethnologenszene mittels eines Verzeichnisses zu erfassen.Fast zwanzig Jahre später wird nun dieses Unternehmen wiederholt; neuePersonen, neue Interessenschwerpunkte, neue Thematiken prägen heute dasFach. Über 200 Fragebögen wurden an Professoren, Assistenten, Doktoran-den und andere Fachvertreter verschickt, 139 Antworten, davon 86 aus derdeutschen und 53 aus der französischen Schweiz, sind eingetroffen undkonnten aufgenommen werden.
Das inzwischen aufgelöste Institut für Gegenwartsvolkskunde hat ge-meinsam mit Partnern in Deutschland und in der Schweiz in jahrelanger