1995, Heft 4
Literatur der Volkskunde
491
Jahrhundert das Aufkommen der vornehmeren Ofenstube( ,, glasstue") imFäröer- Haus klar gegenüber dem ursprünglichen Wohn- und Alltagsraumder ,, Rauchstube“(„, røgstue") herauszuarbeiten, in welch letzterer mansogar Schafe geschlachtet hat, und sucht so ,, Tradition und Novation" imHauswesen der Färöer gegeneinander deutlich abzusetzen.
Oskar Moser
NOVAK, Anka, Cene AVGUŠTIN, Spomeniki kmečkega stavbarstva vsliki( Gorenjski kraji in ljudje VII.). Kranj, Gorenjski Muzej, 1994, 106Seiten, zahlreiche Fotos, Zeichenskizzen und Pläne.
Im slowenischen Alpenland beiderseits der oberen Save( Gorenjsko)finden wir bis heute eine besonders typisch ausgeprägte und reich differen-zierte alpine Hauslandschaft. Auch sie unterliegt wie anderswo durch diestarken sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen der letztenJahrzehnte einem schnellen und unausweichlichen Wandel, der nicht nur dasäußere Bild der Gebäude, sondern auch deren Inneres erfaßt, ein Prozeß, dereher bei den Kleingütern und sogen. Keuschlern( kajžarji) radikal ansetztals bei den ,, repräsentativen Häusern und Bauernhäusern“, sagt Anka No-vak. Diese Erfahrungen waren der Anstoß für das Gorenjski Muzej in Kranj,eine umfassende Dokumentation der historischen Baubestände in diesemalpinen Raum Sloweniens durchzuführen. So ergab sich im Lauf der Jahr-zehnte ein reiches Material, aus dem das genannte Museum in Kranj eineJahressonderausstellung gestaltete und dazu einen Katalog in dessen Reihe,, Land und Leute in Oberkrain“( Gorenjski kraji in ljudje) mit dem Titelherausbrachte:„ Denkmäler ländlichen Bauens im Bild".
Trotz dieses besonderen Anlasses möchten wir auf dieses reich illustrierteHeft, vor allem auf die Hausforschung hinweisen. Es enthält mit denEinführungen von Anka Novak in das Bau- und Hauswesen dieser Land-schaft mit zahlreichen Zeichenskizzen der Baudetails und Gesamtanlagensowie von Cene Avguštin über die wichtigsten dekorativen Bauelemente derGebäude eine große Zahl von Bauaufnahmen( Fotos und Plänen) und bietetdamit eigentlich eine zuverlässige Zusammenfassung der Baubestände hier,die die inzwischen energisch angelaufene spezielle Bauforschung in Slowe-nien sehr vorteilhaft ergänzt und bereichert. Ausgehend von einigen typi-schen Siedlungsformen und einer langen Reihe historischer Bauten mit dembisher ältesten datierten Bauernhaus vulgo Hlebanja von 1506 am Srednjivrh bei Gozd Martuljek( westl. Karawanken)( S. 25 f.)', werden Wohn- undWirtschaftsgebäude vom 17. bis zum 19. Jahrhundert meist mit derenGrundrissen, ferner Innenräume und bauliche Details bis zu den Zäunen