Jahrgang 
98 (1995) / N.S. 49
Seite
486
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band XLIX/ 98, Wien 1995, 486-512

Literatur der Volkskunde

CEVC, Tone, Velika planina Življenje, delo in izročilo pastirjev( DieVelika planina. Leben, Arbeit und Überlieferung der Almhirten). Dritte,erweiterte Auflage. Ljubljana 1993, 108 Seiten Text, 111 z.T. farbige Fotos,Textfiguren und Noten.

CEVC, Tone, Bohinj und seine Almen. Begegnung mit der Almwirtschaftund Almkultur in Slowenien. Übersetzung ins Deutsche von Alois ANGE-RER. Herausgeber: Forschungszentrum der Slowenischen Akademie derWissenschaften und Künste( ZRC SAZU) Institut für slowenische Volks-kunde. Ljubljana, Verlag Didakta, Autor, 1994, 152 Seiten, reich, z.T. farbigillustriert, Pläne, Karten.

Die volkskundliche Erforschung der Viehwirtschaft und des Almwesenshat in Slowenien eine bedeutende Tradition. Dies findet neuestens seinenNiederschlag in diesen beiden bestens ausgestatteten Monographien vonTone Cevc über die Velika planina in den Ausläufern der Steiner Alpen bzw.über die Wocheiner Almen in den Julischen Alpen.

Die Velika planina ist durch den Alpinismus und wegen ihrer eigenartigenRundhütten bereits 1875 von Johannes Frischauf beschrieben und bekanntgeworden. Nun liegt bereits in dritter, erweiterter Auflage diese ausführlichevolkskundliche Darstellung von Tone Cevc vor, in der dieser sowohl diehistorischen und weiderechtlichen Verhältnisse zusammenfaẞt wie aucheine sehr eingehende Behandlung des gesamten Almlebens und seinerTraditionen gleichsam in Wort und Bild bringt.

Ein besonderes Interesse gilt bei ihm den eigenartigen Rundhütten undderen Bauweise sowie auch deren Ursprung. Es handelt sich dabei um eineneinräumigen viereckigen Blockbaukern ohne Raumdecke und mit typi-schem Ansdach, an den rundherum etwa ein Dutzend als Standrofen aufge-stellte Dachverlängerungen als Viehunterstand angelehnt sind, die auf senk-rechten Steinblöcken mit einer Einrastkerbe abgestützt werden. Vereinzeltfindet man ein solches Stützengefüge in Slowenien auch bei den bekanntenHarpfen( kozolci). Die Zwischenräume dieser meterhohen Steinträger sindweiters mit Trockenmauerwerk ausgefüllt. Damit ergibt sich bei der feinenund weichen Spanschindeldeckung der tief herabreichenden Vollwalmdä-cher dieser rundverbauten Almhütten ein ebenso eigenartiges wie charakte-ristisches äußeres Erscheinungsbild und damit eine Bauform, die vor allemin ihrer Wiederholung bei über 50 gleichen Hütten seit jeher diese größte